Rebellengebiete

Klinikbetrieb nach neuem Luftangriff auf Aleppo eingestellt

Im Rebellengebiet Aleppos spitzt sich die Lage für Zivilisten weiter zu. Wieder treffen Bomben eine Klinik. Sie ist nun außer Betrieb.

Nach einem Luftangriff auf die Rebellengebiete der syrischen Stadt Aleppo schauen sich die Menschen das Ausmaß der Zerstörung an.

Nach einem Luftangriff auf die Rebellengebiete der syrischen Stadt Aleppo schauen sich die Menschen das Ausmaß der Zerstörung an.

Foto: ABDALRHMAN ISMAIL / REUTERS

Aleppo.  Bei Luftangriffen im Norden Syriens ist nach Angaben von Aktivisten und Ärzten eines der letzten Krankenhäuser in den Rebellengebieten der umkämpften Großstadt Aleppo bombardiert worden. Die Klinik im Nordosten der Stadt sei von mindestens zwei Fassbomben getroffen worden, erklärte ein Mediziner am Samstag.

Aktivisten berichteten von weiteren Angriffen. Die Rettungshelfer der Weißhelme meldeten, das Krankenhaus sei nun völlig außer Betrieb.

Zivilist bei Luftangriff getötet

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, bei den Angriffen auf das Viertel der Klinik sei ein Zivilist getötet worden. Mehrere Menschen wurden demnach verletzt.

Der Hilfsorganisation Syrisch-Amerikanische Medizinische Gesellschaft (Sams) zufolge handelt es sich bei der getroffenen Einrichtung um die größte von acht Kliniken in Aleppos Rebellengebieten. Das Gebäude mit dem Codenamen M10 und ein anderes Krankenhaus im von Regimegegnern beherrschten Osten der Stadt waren bereits am Mittwoch getroffen worden. Danach musste der Betrieb größtenteils eingestellt werden.

Mehr als 100 Kinder sterben innerhalb einer Woche

Aleppo hatte in den vergangenen Tagen die heftigsten Bombardierungen der syrischen und russischen Luftwaffe seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 erlebt. Die Armee startete zugleich eine Offensive. Kritiker werfen Syrien und Russland vor, absichtlich Krankenhäuser ins Visier zu nehmen. Beide Länder weisen den Vorwurf zurück und erklärten, sei kämpften in Syrien gegen Terroristen.

Seit vergangenem Sonntag starben in Aleppo fast 340 Menschen, darunter 106 Kinder, wie das UN-Nothilfebüro OCHA mitteilte. Die strategisch und symbolisch wichtige Großstadt gehört zu den umkämpftesten Gebieten im syrischen Bürgerkrieg. Regimekräfte kontrollieren den Westen Aleppos, Rebellen den Osten.

Wasserversorgung größtenteils zusammengebrochen

Dort sind bis zu 300.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Es mangelt in den Rebellengebieten akut an Nahrung, Wasser und medizinischem Material. Nach einem Angriff auf ein Wasserkraftwerk ist die Wasserversorgung größtenteils zusammengebrochen.

OCHA zufolge sind im Osten Aleppos nur noch fünf Kliniken in Betrieb. Kinder mit geringen Überlebenschancen würden dem Tod überlassen, weil es an medizinischer Versorgung fehle, erklärte die Hilfsorganisation. (dpa)