Berlin

Kommunen wollen Flüchtlingshilfe besser koordinieren

Zusätzliches Personal soll Bildungsangebote organisieren

Berlin.  Die große Mehrheit der deutschen Städte und Kommunen will ihr Personal aufstocken, um die Bildung und Integration der Flüchtlinge besser zu koordinieren: 80 Prozent der 402 Kreise und kreisfreien Städte hätten eine entsprechende Förderung beantragt, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) dieser Redaktion. „Mit ihren Kindergärten, Schulen und Weiterbildungsangeboten spielen die Kommunen eine zentrale Rolle bei der Inte­gration von Flüchtlingen“, sagte sie.

Mit insgesamt 60 Millionen Euro finanziert das Bundesbildungsministerium kommunale Koordinatoren für die Flüchtlingshilfe. Sie sollen die vielfältigen Angebote zur Bildung und Integration vor Ort passgenau organisieren und aufeinander abstimmen. Die Stellen werden zu 100 Prozent finanziert und sind auf zwei Jahre begrenzt. Die Kreise und Städte können bis zu drei Stellen beantragen. Insgesamt gingen Anträge von 324 Städten und Kreisen für 445 Koordinatorenstellen ein.

Die neuen kommunalen Mitarbeiter sollen zum Beispiel Volkshochschulen und Kindertagesstätten, Berufskammern und Jobcenter, Jugendhilfe und Schulamt zusammenbringen. Ziel ist es, einen Überblick zu bekommen, welche Sprach- und Integrationskurse, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen es bereits gibt und welche fehlen.

Besonders die zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen, etwa der lokal aktiven Stiftungen, Vereine und ehrenamtlich engagierten Bürger sollen systematisch eingebunden werden. „Wir fördern die Bündelung aller Kräfte vor Ort und wollen dabei auch das Ehrenamt stärken. Denn das Engagement und die Hilfsbereitschaft der vielen Bürgerinnen und Bürger sind und bleiben ein wichtiger Baustein, damit Integration gelingen kann“, so Wanka. Die ersten Projekte sind im Juni 2016 gestartet. Die letzten Vorhaben sollen bis Ende des ersten Quartals 2017 bewilligt werden.

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