US-Präsidentschaft

Darüber diskutierten Trump und Clinton beim TV-Duell

Bei ihrem ersten TV-Duell gerieten Hillary Clinton und Donald Trump hart aneinander. Trump gab sich angriffslustig, Clinton abgeklärt.

Der Republikaner Donald Trump trat beim TV-Duell häufig aggressiv auf, die Demokratin Hillary Clinton versuchte, mit Argumenten zu punkten.

Der Republikaner Donald Trump trat beim TV-Duell häufig aggressiv auf, die Demokratin Hillary Clinton versuchte, mit Argumenten zu punkten.

Foto: MIKE SEGAR / REUTERS

Hempstead.  Hillary Clinton und Donald Trump haben sich im Rennen um das Weiße Haus ein höchst engagiertes und teils hart geführtes TV-Duell geliefert. Trump wirkte teils aggressiv und oft atemlos, Clinton gab sich meist gelassen und versuchte, mit Argumenten zu überzeugen. Darüber haben die beiden gestritten:

Polizeigewalt gegen Schwarze

Clinton sieht die ungleiche Behandlung von Schwarzen und Weißen als eines der größten Probleme der USA. „Wir müssen das Vertrauen zwischen den Kommunen und der Polizei wiederherstellen“, sagte sie in der TV-Debatte. Jeder müsse sich an das Gesetz halten. „Wir müssen die Waffen aus den Händen derer wegnehmen, die sie nicht tragen sollten“, betonte Clinton.

Trump sagte, Amerika brauche mehr „law and order“, Recht und Ordnung. Clinton wolle diese Wörter nicht einmal benutzen.

Der Umgang mit der Terrormiliz IS

Clinton, die frühere Außenministerin, setzt auf eine härtere Gangart im Kampf gegen den so genannten „Islamischen Staat“ (IS): „Wir müssen die Luftangriffe auf den IS intensivieren“, sagte sie. „Wir müssen auch Bagdadi jagen“, sagte sie über den Anführer der Terrormiliz, Abu Bakr al-Bagdadi.

Trump warf der Administration von US-Präsident Barack Obama schwere Fehler vor und wiederholte seine Darstellung, die USA hätten die Ölquellen des Iraks besetzen müssen, um sie vor dem IS zu schützen.

Trump als Sicherheitsrisiko?

Clinton wiederholte den Vorwurf, Trump werde als Sicherheitsrisiko angesehen und für nicht tauglich gehalten, die Rolle des Oberkommandierenden der US-Armee zu übernehmen. Dabei verwies sie auch auf eine öffentliche Erklärung vom 50 prominenten republikanischen Sicherheitsexperten von Anfang August. Darin hieß es: „Herrn Trump fehlen der Charakter, die Werte und die Erfahrung, um Präsident zu sein.“

Trump widersprach dieser Darstellung und konterte: „Mehr als 200 Admirale und Generäle unterstützen mich. Ich werde sicher nicht den nuklearen Erstschlag führen.“ Trump behauptete erneut, er sei stets gegen den Einmarsch der USA in den Irak gewesen. Diese Behauptung ist mehrmals widerlegt worden. In Sachen charakterlicher Tauglichkeit für das Amt sagte Trump: „Ich habe die deutlich bessere Urteilsfähigkeit als sie. Sie sieht nicht wie eine Präsidentin aus, sie hat nicht die Ausdauer dazu.“

Clintons E-Mail-Affäre und Trumps Steuererklärung

Trump sagte, er werde seine Steuerunterlagen veröffentlichen, sobald Clinton diejenigen 33.000 E-Mails publik mache, die sie als Außenministerin über einen privaten Server gesendet hat und die noch nicht von der US-Bundespolizei FBI aufgefunden werden konnten. Traditionell veröffentlichen Präsidentschaftskandidaten in den USA ihre Steuererklärungen. Clinton hat dies bereits getan. Trump weigert sich bisher beharrlich.

Trump bemängelt angeblich kaputtes Mikrofon
Trump bemängelt angeblich kaputtes Mikrofon

Clinton attackierte Trump an diesem Punkt: „Irgendetwas versteckt er“, sagte sie. Hinsichtlich ihrer E-Mails, die sie als Außenministerin unerlaubterweise von einem privaten Server versandt und empfangen hatte, erklärte Clinton: „Ich habe einen Fehler gemacht.“

Internationaler Handel und Arbeitsplätze

Trump warf Clinton beim Zankapfel „Internationaler Handel“ mehrmals vor, ihre Ansicht zur Transpazifischen Handelspartnerschaft unter zwölf Pazifikanrainern mehrmals geändert zu haben. „Du hast gehört, was ich dazu gesagt habe und dann warst Du dagegen“, sagte Trump.

Clinton widersprach dem. Trump trat zudem für eine Erleichterung des Regelwerks für die Gründung neuer Unternehmen ein. Die Schaffung von Arbeitsplätzen müsse erleichtert werden. (küp/dpa)