Flüchtlingspolitik

Merkel äußert sich kritisch über ihr „Wir schaffen das“

Im vergangenen August hatte Merkel den berühmten Satz „Wir schaffen das“ geprägt. In einem Interview äußert sie sich dazu nun kritisch.

Angela Merkel hatte erstmals im August 2015 auf einer Pressekonferenz „Wir schaffen das“ gesagt.

Angela Merkel hatte erstmals im August 2015 auf einer Pressekonferenz „Wir schaffen das“ gesagt.

Foto: LEONHARD FOEGER / REUTERS

Berlin.  Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in einem Interview erstmals kritisch über ihr berühmtes „Wir schaffen das“ geäußert. Den programmatischen Satz hatte sie mehrfach in der Flüchtlingskrise verwendet.

Der „Wirtschaftswoche“ sagte die Kanzlerin: „Er ist Teil meiner politischen Arbeit, weil ich davon überzeugt bin, dass wir ein starkes Land sind, das auch aus dieser Phase gestärkt herauskommen wird.“ Manchmal denke sie aber auch, dass der Satz etwas überhöht werde. „So viel, dass ich ihn am liebsten kaum noch wiederholen mag, ist er doch zu einer Art schlichtem Motto, fast zu einer Leerformel geworden“, erklärte Merkel.

„Wir schaffen das“ erstmals im 2015 gesagt

Erstmals hatte Angela Merkel „Wir schaffen das“ bei einer Pressekonferenz im August 2015 gesagt. Im vergangenen Monat hatte die Kanzlerin nach Gesprächen mit Italiens Regierungschef Matteo Renzi im italienischen Maranello noch erklärt, dass sie zu ihrer zuversichtlichen Einschätzung stehe: „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass dieser Satz richtig war.“

Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Deutschen mit der Aussage aber nicht viel anfangen kann. So vertrauen nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die im Juli stattfand, auf diesen Satz nur acht Prozent der Bevölkerung.

In der „Wirtschaftswoche“ zeigte die Kanzlerin Verständnis für diese Skepsis und erklärte, dass der Satz nie provozierend gemeint war, sondern anspornend. (jha)