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Niedersächsische Wahlen im Schatten der AfD

6,5 Millionen Niedersachsen waren am Sonntag zu Kommunalwahlen aufgerufen. Ergebnisse gibt es am Montag. Wird die AfD triumphieren?

In Niedersachsen waren am Sonntag 6,5 Millionen Bürger aufgerufen, Stadtparlamente, Bürgermeister und Landräte zu wählen.

In Niedersachsen waren am Sonntag 6,5 Millionen Bürger aufgerufen, Stadtparlamente, Bürgermeister und Landräte zu wählen.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Hannover.  Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen hat sich am Sonntag eine Wahlbeteiligung wie vor fünf Jahren abgezeichnet. Bis zum späten Nachmittag gaben 44,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, das waren exakt so viele wie 2011, teilte die Landeswahlleitung in Hannover mit.

Aus vielen Städten und Gemeinden sei aber ein stark gestiegenes Interesse an der Briefwahl gemeldet worden, sagte Björn Schwiegmann von der Landeswahlleitung. Die Zahl der Briefwähler wird jedoch erst nach der Schließung der Wahllokale berücksichtigt. „Wir können keine sichere Prognose abgeben, aber wir rechnen im Vergleich zu 2011 nicht mit einem Sinken der Beteiligung“, erklärte er. Bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren lag die Beteiligung bei 52,5 Prozent, etwas höher als 2006.

AfD tritt zum ersten Mal in Niedersachsen an

Mit Spannung wird erwartet, wie viel Zuspruch die AfD nach ihren jüngsten Erfolgen in anderen Bundesländern bekommt. Die Partei war zum ersten Mal bei Kommunalwahlen in Niedersachsen vertreten. Im März hatte die AfD bei den Kommunalwahlen in Hessen 11,9 Prozent erreicht und war damit drittstärkste Kraft geworden.

Insgesamt waren am Sonntag rund 6,5 Millionen Bürger zwischen Harz und Küste aufgerufen, über die Zusammensetzung der Stadt- und Gemeinderäte sowie der Kreistage zu entscheiden. Um die Mandate bewarben sich fast 67.000 Männer und Frauen. 25 Parteien waren zugelassen, aber auch viele lokale Wählergruppen und Einzelbewerber.

Direktwahlen in 37 Kommunen

In 37 Kommunen gab es außerdem Direktwahlen: In Celle wurde ein neuer Oberbürgermeister gewählt. In Göttingen, Helmstedt, Peine, Leer, Hildesheim und Wittmund wurden neue Landräte bestimmt. Darüber hinaus wurden in 30 kleineren Kommunen neue Bürgermeister gewählt. Sollte bei diesen Wahlen im ersten Wahlgang kein Bewerber mehr als 50 Prozent erhalten, werden Stichwahlen in zwei Wochen nötig.

Das Auszählen der Stimmen wird bis tief in die Nacht dauern, das vorläufige amtliche Endergebnis wird erst am frühen Montagmorgen erwartet. 2011 lag es kurz nach fünf Uhr morgens vor.

2011 wurde die CDU stärkste Kraft

Vor fünf Jahren siegte die CDU mit 37 Prozent, vor den Sozialdemokraten mit 34,9 Prozent. Die Grünen kamen 2011 auf 14,3 Prozent, die FDP auf 3,4, Wählergruppen auf 6,3 Prozent und die Linkspartei auf 2,4 Prozent. (dpa)