Alternative für Deutschland

AfD-Chefin Petry will Begriff „völkisch“ positiv besetzen

AfD-Chefin Petry fordert laut einem Bericht, die NS-Vokabel „völkisch“ wieder positiv aufzuladen. Sie stört der negative Beigeschmack.

AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry warnt im Interview vor einem Bürgerkrieg in Deutschland.

AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry warnt im Interview vor einem Bürgerkrieg in Deutschland.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Berlin.  Das Wort „völkisch“ soll nach Meinung der AfD-Chefin Frauke Petry in Deutschland positiv aufgeladen werden. Man müsse „daran arbeiten, dass dieser Begriff wieder positiv besetzt ist“, sagte Petry im Interview mit der „Welt am Sonntag“. Es sei eine „unzulässige Verkürzung“, wenn gesagt werde, „’völkisch’ ist rassistisch“, fügte Petry hinzu.

Die AfD-Frau sagte weiter: „Ich benutze diesen Begriff zwar selbst nicht, aber mir missfällt, dass er ständig nur in einem negativen Kontext benutzt wird.“ Sie habe ein Problem damit, „dass es bei der Ächtung des Begriffes ‘völkisch’ nicht bleibt, sondern der negative Beigeschmack auf das Wort ‘Volk’ ausgedehnt wird“. Der Begriff „völkisch“ sei letztlich „ein zugehöriges Attribut“ zum Wort „Volk“, sagte Petry.

Vokabular des Hitler-Regimes

Seit dem 19. Jahrhundert wird der Begriff im nationalistischen und rassistischen Kontext benutzt. Den Nationalsozialisten diente er vor allem dazu, sich vom „Fremdvölkischen“ abzugrenzen. Damit spielte er eine entscheidende Rolle für die Ideologie in Nazi-Deutschland. Das Wort war fester Bestandteil des Vokabulars des Hitler-Regimes und wurde vor allem auch im antisemitischen Zusammenhang verwendet.

AfD-Chefin Petry schlägt in dem Gespräch zudem alarmistische Töne an. Sie warnt vor einem „Bürgerkrieg in Deutschland“, falls negative Folgen der Zuwanderung weiter zunehmen sollten. „Wir haben bisher keine Massendemonstrationen gegen Migranten, wir haben noch keine Massenproteste in deutschen Großstädten. „Je mehr ungebildete und oft aggressive junge männliche Einwanderer aus Nordafrika kommen, desto mehr wird die Lage eskalieren. Wir wollen keinen Bürgerkrieg in Deutschland. Wir sind die Partei des sozialen Friedens.“

Zahl der Flüchtlinge stark rückläufig

Die Zahl der Flüchtlinge ist im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen. Im bundesweiten Erfassungssystem (Easy) wurden nach Angaben des Bundesinnenministeriums im August dieses Jahres insgesamt 18.143 Neuankömmlinge registriert – in den Monaten Mai, Juni und Juli seien es jeweils rund 16 000 gewesen. Zum Vergleich: Im August 2015 wurden noch mehr als 104.000 Personen in dem System erfasst. (dpa/les)