Diplomatie

Obama will nach „Hurensohn“-Beleidigung Duterte nicht sehen

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Beleidigte neben dem US-Präsidenten auch schon den Papst und die UN: Der neue philippinische Präsident Rodrigo Duterte.

Beleidigte neben dem US-Präsidenten auch schon den Papst und die UN: Der neue philippinische Präsident Rodrigo Duterte.

Foto: Narendra Shrestha/Mast Irham / dpa

Eine sonderbare Vorstellung von Diplomatie pflegt der philippinische Präsident. Vor einem Treffen beschimpfte er Obama als Hurensohn.

Vientiane.  Wegen einer Beleidigung hat US-Präsident Barack Obama ein Treffen mit seinem philippinischen Amtskollegen abgesagt. Rodrigo Duterte habe Obama als „Hurensohn“ bezeichnet, deshalb werde das geplante Gespräch am Rande des Südostasien-Gipfels in Laos nicht stattfinden, erklärte ein Sprecher der US-Regierung. Daraufhin hieß es aus Regierungskreisen in Manila, Duterte bedauere seine Äußerung.

Der neue philippinische Präsident ist bekannt für beleidigende Äußerungen gegenüber Staats- und Regierungschefs, dem Papst oder auch gegenüber der UN. Seinen „Drogenkrieg“ führt er rigoros und mit Auftragskillern gegen mutmaßliche Kleinkriminelle.

Duterte verbietet sich Kritik an seinem „Drogenkrieg“

Am Montag hatte Duterte den US-Präsidenten öffentlich davor gewarnt, ihn auf die Menschenrechte in seinem Land anzusprechen. „Hurensohn, ich werde Dich bei diesem Forum verfluchen“, sagte Duterte. Obama hatte laut Medienberichten Duterte als schillernden Typen bezeichnet und sich gefragt, ob eine Zusammenkunft mit dem philippinischen Präsidenten sinnvoll sei. Die Philippinen gelten als einer der engsten Verbündeten der USA in Asien.

Hintergrund für Dutertes Beschimpfung ist der „Krieg gegen die Drogen“ auf den Philippinen. Der Anfang Mai gewählte Präsident hatte im Wahlkampf versprochen, den Inselstaat binnen sechs Monaten von Kriminalität, Korruption und Drogen zu befreien. Seit seinem Amtsantritt Ende Juni sind nach Polizeiangaben rund 2.000 mutmaßliche Drogenhändler, Rauschgiftsüchtige und Kriminelle getötet worden. Verantwortlich sind oftmals Polizisten oder selbst ernannte Bürgerwehren. Menschenrechtler und die Vereinten Nationen haben das gewaltsame Vorgehen scharf kritisiert und ein Ende des „Drogenkriegs“ gefordert.

Obama wollte das Thema in einem bilateralen Treffen mit Duterte am Rande des Gipfels der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) in Laos ansprechen. Darauf angesprochen meinte Duterte an die Adresse Obamas gerichtet: „Du musst mir Respekt zollen. Wirf mir nicht einfach Fragen und Einschätzungen hin.“ Der Gipfel in Laos ist das erste große internationale Forum, in dem Duterte als Staatschef auftritt.

USA und Philippinen enge Verbündete

Die Philippinen und die USA sind enge Verbündete. Der Inselstaat am Pazifik war von 1898 bis 1946 US-Kolonie. Die USA haben einige Hundert Soldaten dort stationiert. Im Streit der Philippinen mit China um Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer haben die USA zwar keine Stellung bezogen, Manila aber immer den Rücken gestärkt. (dpa/epd/aba)

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