Asylpolitik

Fünf wichtige Etappen der Flüchtlingskrise in Europa

Im September 2015 beschloss Kanzlerin Angela Merkel, die deutschen Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen. Seither ist einiges passiert.

Ungarische Soldaten spannen im September 2015 einen Drahtzaun an der Grenze zu Kroatien.

Ungarische Soldaten spannen im September 2015 einen Drahtzaun an der Grenze zu Kroatien.

Foto: Balazs Mohai / dpa

Berlin.  Die Entscheidung zum Durchwinken von Flüchtlingen wird seit Sommer 2015 kontrovers diskutiert. Seitdem gab es Verschärfungen und Sicherheitsdebatten. Wichtige Punkte:

4./5. September 2015: Deutschland und Österreich entscheiden, Tausende Flüchtlinge und Migranten aufzunehmen, die in Ungarn gestrandet sind. Bei der Ankunft in Deutschland werden sie bejubelt. CSU-Chef Horst Seehofer warnt vor Überforderung.

15. Oktober 2015: Der Bundestag beschließt ein neues Asylrecht. Albanien, Kosovo und Montenegro werden zu sicheren Herkunftsländern. Asylbewerber sollen möglichst nur Sachleistungen erhalten.

9. März 2016: Nach Slowenien, Kroatien und Serbien schließt auch Mazedonien seine Grenzen für Flüchtlinge und andere Migranten. Damit ist die sogenannte Balkanroute faktisch dicht. Über verschiedene Strecken dort waren 2015 Hunderttausende nach Deutschland und Österreich gereist.

13. März 2016: Triumph für die AfD bei drei Landtagswahlen. In Sachsen-Anhalt erzielen die Rechtspopulisten angesichts der Flüchtlingsdiskussion ein Rekordergebnis von 24,3 Prozent und werden zweitstärkste Kraft. Auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zieht die AfD mit zweistelligen Ergebnissen in die Landtage ein.

Juli 2016: Binnen einer Woche erschüttern mehrere Gewalttaten Süddeutschland. In drei Fällen davon reisten die Täter als Flüchtlinge ein: In Würzburg (Bayern) geht am 18. Juli ein 17-Jähriger mit Axt und Messer auf Fahrgäste einer Regionalbahn los – fünf Menschen werden verletzt. Polizisten erschießen den Attentäter. Am 24. Juli tötet ein 21-Jähriger in Reutlingen (Baden-Württemberg) seine Freundin mit einem Dönermesser. Noch am selben Abend sprengt sich in Ansbach (Bayern) vor einem Konzert ein 27-Jähriger in die Luft, 15 Menschen werden verletzt. Die beiden Terror-Anschläge von Würzburg und Ansbach lösen eine Sicherheitsdebatte aus. (dpa)