Integration

Ex-Bischöfin Käßmann hält Burka-Debatte für hysterisch

Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann lehnt die Vollverschleierung ab. Verbote hält die Theologin aber für den falschen Weg.

Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat sich in die Burka-Debatte eingeschaltet – mit einer doppelten Botschaft.

Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat sich in die Burka-Debatte eingeschaltet – mit einer doppelten Botschaft.

Foto: imago stock&people / imago/epd

Berlin.  Die evangelische Theologin Margot Käßmann hält die Forderungen nach einem Burka-Verbot für völlig überzogen. „Was jetzt an Debatte in Sachen Burka und Burkini läuft, grenzt an Hysterie“, schrieb die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der „Bild am Sonntag“.

Sie selbst lehne die Vollverschleierung kategorisch ab, finde Niqab und Burka schrecklich, stellte Käßmann klar. „Wenn ich eine Frau so verhüllt sehe, denke ich: Die tut mir leid! Und wenn sie sagt, sie macht es freiwillig, heißt das für mich: Sie hat echt ein Problem.“

Käßmann: Keine Frau mit Burka hat je Anschlag verübt

Dennoch habe noch keine Frau mit Burka in Europa je einen Anschlag verübt, unterstrich die ehemalige hannoversche Landesbischöfin. „Geschätzt tragen maximal 800 Frauen in Deutschland dieses frauenverachtende Teil“, ergänzte Käßmann. „Das sind 0,001 Prozent der Bevölkerung. Sie sollen unsere ganze Kultur bedrohen?“

Zur Debatte um ein Burkini-Verbot in Frankreich schrieb Käßmann: „Ich bin alt genug, mich daran zu erinnern, wie der Bikini als Bedrohung der westlichen Werte angesehen wurde. Damals sollten die Frauen mehr anziehen, jetzt sollen sie mehr ausziehen. Du lieber Himmel, wer bestimmt denn das?“ Am Freitag hatte das oberste französische Verwaltungsgericht Burkini-Verbote an französischen Stränden für nicht rechtens erklärt. (epd)