Zuwanderung

Amtschef Weise rechnet 2016 mit bis zu 300.000 Flüchtlingen

Weiter kommen Flüchtlinge nach Deutschland, doch weniger als noch im vorigen Jahr. Bamf-Chef Weise garantiert einen optimalen Ablauf.

Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise, ist optimistisch, dass seine Behörde den Flüchtlingszustrom in diesem Jahr bewältigen kann.

Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise, ist optimistisch, dass seine Behörde den Flüchtlingszustrom in diesem Jahr bewältigen kann.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Berlin.  In diesem Jahr werden nach Einschätzung von Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise weniger als 300.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen. „Wir stellen uns auf 250.000 bis 300.000 Flüchtlinge in diesem Jahr ein, darauf richten wir unsere Kapazitäten aus“, sagte der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) der „Bild am Sonntag“.

„Es werden dieses Jahr eher noch etwas weniger als 300.000 Menschen kommen“, so Weise. Bis zu dieser Zahl könne seine Behörde einen optimalen Ablauf garantieren, sagte er: „Wenn mehr Menschen kommen, kommen wir unter Druck.“ Doch selbst dann seien nicht wieder Zustände wie im vergangenen Jahr zu erwarten. Allerdings würden die Verfahren länger dauern als angestrebt.

2015 kamen weniger als eine Million nach Deutschland

Im vergangenen Jahr habe Deutschland weniger Flüchtlinge aufgenommen als gedacht, sagte Weise. Der Grund dafür seien Doppelregistrierungen und Weiterreisen der Menschen. Die exakte Zahl werde demnächst vorgestellt, sagte der Bamf-Chef. „Sicher ist aber, dass im letzten Jahr weniger als eine Million Menschen nach Deutschland gekommen ist.“

Die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt gestaltet sich Weise zufolge schwierig. „Es wird lange dauern und viel kosten.“ 70 Prozent seien zwar erwerbsfähig, sagte Weise. Dennoch werde ein Großteil von ihnen zunächst in die Grundsicherung fallen, bevor sie in Arbeit gebracht würden. Etwa zehn Prozent der Flüchtlinge seien Akademiker, sagte Weise. Rund 40 Prozent hätten keine Berufsausbildung, aber praktische Arbeitserfahrung. Auch Hilfstätigkeiten seien für die Flüchtlinge besser als gar keine Arbeit. „Wir setzen deshalb alles daran, die Menschen möglichst schnell in die Jobcenter zu bringen.“ (rtr)