Damaskus/Istanbul

Syrien droht im Nordosten ein neuer Kriegsschauplatz

| Lesedauer: 2 Minuten

Das Assad-Regime kämpft dort gegen Kurden. Warnung der USA

Damaskus/Istanbul.  Syrien droht ein weiterer Kriegsschauplatz. Regierungskräfte und Kurden bekämpfen sich nun in der nordöstlichen Stadt Hasaka. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Gefechten und gegenseitigem Beschuss.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es zwischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten in der Region ungewöhnlich heftige Kämpfe gegeben. Die syrische Luftwaffe flog auch Angriffe auf die Stadt. Dabei hatten sich die Kurden trotz vereinzelter Gefechte in der Vergangenheit mit den Kämpfern des Präsidenten Baschar al-Assad arrangiert. Die USA unterstützen die Kurden und ließen Kampfjets über die Region fliegen. Ein Pentagonsprecher warnte Damaskus, die Vereinigten Staaten behielten sich das Recht auf Selbstverteidigung vor. Schließlich seien US-Spezialeinheiten in Nordsyrien stationiert.

„Das syrische Regime wäre gut beraten, die Bündniskräfte und unsere Partner nicht zu behindern“, sagte Sprecher Jeff Davis. Die USA führen eine internationale Militärkoalition an, die Angriffe auf Stellungen der Terrormiliz IS in Syrien und im Irak fliegt.

Der türkische Regierungschef Binali Yildirim glaubt, dass Assad die Kurden in der Region zunehmend als Bedrohung betrachtet. Die Türkei sieht das Vorrücken der Kurden in Nordsyrien gegen den IS mit Sorge. Ein weiterer Geländegewinn könnte die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im eigenen Land befeuern. Yildirim kündigte an, die Türkei werde in den nächsten Monaten eine „aktivere“ Rolle in Syrien spielen. Das Land dürfe nicht entlang ethnischer Linien geteilt werden.

In der heftig umkämpften Stadt Aleppo kamen am Wochenende den Menschenrechtsbeobachtern zufolge mindestens 38 Zivilisten ums Leben. Die Kämpfe in der zwischen Regime und Rebellen geteilten Stadt gehen weiter, obwohl Moskau als enger Verbündeter Assads sich bereiterklärt hatte, wöchentlich eine 48 Stunden lange Feuerpause in Aleppo einzulegen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte Russland auf, die Feuerpause durchzusetzen. Jetzt müsse alles getan werden, damit humanitäre Hilfsgüter in die Stadt gebracht und die Menschen mit dem Wichtigsten versorgt würden, sagte er der „Welt am Sonntag“.

( dpa )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos