Sicherheitskonzept

Bericht: Bundesregierung will Bürgern zu Hamsterkäufen raten

Die Regierung rät laut einem Bericht, Lebensmittel für zehn Tage einzukaufen. Das Sicherheitskonzept soll Mittwoch beschlossen werden.

Hamsterkäufe im Supermarkt: Ein aktuelles Konzept der Bundesregierung zur „zivilen Verteidigung“ sieht angeblich vor, Lebensmittelvorräte anzulegen.

Hamsterkäufe im Supermarkt: Ein aktuelles Konzept der Bundesregierung zur „zivilen Verteidigung“ sieht angeblich vor, Lebensmittelvorräte anzulegen.

Foto: McPHOTO / imago/McPHOTO

Berlin.  Es wäre der erste Aufruf zu Hamsterkäufen seit Ende des Kalten Krieges: Die deutsche Bevölkerung soll sich für den Fall schwerer Katastrophen oder bewaffneter Angriffe wieder Vorräte zur Selbstversorgung anlegen. Das rät die Bundesregierung in einem aktuellen Konzept für die "zivile Verteidigung", wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) unter Berufung auf das Papier berichtet. Demnach soll das Kabinett das Konzept am kommenden Mittwoch beschließen.

"Die Bevölkerung wird angehalten, einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen vorzuhalten", heißt es demnach in dem Text, der laut FAS vom Bundesinnenministerium erarbeitet wurde. Auch einen Trinkwasservorrat "für einen Zeitraum von fünf Tagen je zwei Liter Wasser pro Person und Tag" solle sich die Bevölkerung anlegen.

Zuvor hatte bereits die "Bild"-Zeitung über das Konzept berichtet und andere Details des 69-seitigen Papiers genannt. So sollen unter anderem zeitnah auch Reserven an Pockenimpfstoffen und Antibiotika aufgestockt werden, zudem werde an einem Notstromkonzept gearbeitet.

Erste Strategie der zivilen Verteidigung seit 1989

Bei dem Papier handelt es sich der FAS zufolge um die erste Strategie der zivilen Verteidigung seit Ende des Kalten Krieges 1989. Sie sei 2012 vom Haushaltsausschuss des Bundestags beauftragt worden und parallel zum Weißbuch für die Sicherheitspolitik entstanden.

Zwar sei "ein Angriff auf das Territorium Deutschlands, der eine konventionelle Landesverteidigung erfordert, unwahrscheinlich", wie das Innenministerium laut der Zeitung schreibt, doch verlange die Sicherheitsvorsorge, "sich trotzdem auf eine solche, für die Zukunft nicht grundsätzlich auszuschließende existenzbedrohende Entwicklung angemessen vorzubereiten". (schrö)

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