Gefangenenlager

USA entlassen 15 Häftlinge aus Guantánamo in die Emirate

So viele Guantánamo-Häftlinge kamen noch nie an einem Tag frei: 15 Insassen überführten die USA am Montag in die Arabischen Emirate.

Im US-Gefangenenlager Guantánamo werden immer noch Dutzende Verdächtige festgehalten. Nun wurden 15 von ihnen die Vereinigten Arabischen Emirate überführt.

Im US-Gefangenenlager Guantánamo werden immer noch Dutzende Verdächtige festgehalten. Nun wurden 15 von ihnen die Vereinigten Arabischen Emirate überführt.

Foto: Mike Brown / dpa

Washington.  Die USA haben weitere 15 Gefangene aus ihrem Lager in Guantánamo auf Kuba entlassen. Die Männer seien in die Vereinigten Arabischen Emirate überführt worden, teilte das US-Verteidigungsministerium am Montag (Ortszeit) in Washington mit. Aktuell bleiben damit noch 61 Gefangene in dem Lager in Guantánamo inhaftiert. Die 15 Überführungen sind die größte Zahl von Häftlingen, die in der Amtszeit von Präsident Barack Obama an einem Tag das Lager verließ.

Obama hatte zu Beginn seiner acht Amtsjahre erklärt, er wolle das Lager schließen. Entsprechende politische Anläufe waren jedoch immer wieder vor allem an den Republikanern gescheitert. Viele der Gefangenen werden in dem Lager seit Jahren ohne Rechtsgrundlage, ohne Anklage und unter fragwürdigen Bedingungen festgehalten.

Amnesty International lobt Präsident Obama

„Jeder der Gefangenen muss entweder angeklagt und vor ein Bundesgericht gestellt werden, oder in ein Land gebracht werden, das seine Menschenrechte wahrt“, sagte Amnesty-International-Menschenrechtsexpertin Naureen Shah. Die Organisation begrüßte den Schritt, 15 Häftlinge freizulassen, grundsätzlich. Er zeige, dass es Obama mit der Schließung des Lagers ernst sei.

Der von den konservativen Republikanern dominierte Kongress wehrt sich jedoch gegen eine Auflösung des Lagers und vor allem gegen die Überführung der restlichen Gefangenen auf US-Boden. Zu den noch in Guantánamo verbleibenden Häftlingen gehört auch der mutmaßliche Drahtzieher und Chefplaner der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington, Khalid Scheich Mohammed. (dpa)