Fahndung

Polizei erhält Hinweise auf ehemaliges RAF-Trio aus Holland

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Die beiden stark bearbeiteten Fotos der Staatsanwaltschaft Verden sollen möglicherweise die Ex-RAF-Terroristen Burkhard Garweg (l.) und Ernst-Volker-Staub zeigen.

Die beiden stark bearbeiteten Fotos der Staatsanwaltschaft Verden sollen möglicherweise die Ex-RAF-Terroristen Burkhard Garweg (l.) und Ernst-Volker-Staub zeigen.

Foto: Staatsanwaltschaft Verden / dpa

Die Fahndung nach drei ehemaligen RAF-Terroristen läuft. Es gibt Hinweise aus den Niederlanden: Zeugen wollen das Trio gesehen haben.

Hannover.  Bei der Fahndung nach drei ehemaligen RAF-Terroristen hat die Polizei Hinweise aus den Niederlanden erhalten. Eine heiße Spur ist nach Angaben des Landeskriminalamtes Niedersachsen (LKA) bislang aber nicht darunter. „Wir kriegen nach wie vor Hinweise aus den Niederlanden, die wir überprüfen in Zusammenarbeit mit der dortigen Polizei“, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag. Mehrere Zeugen wollen die drei Gesuchten in der Region um Heerenveen in der Provinz Friesland gesehen haben.

Die Ex-RAF-Mitglieder Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette sollen in Norddeutschland zuletzt mehrere Raubüberfälle begangen haben, etwa auf Geldtransporter bei Bremen und in Wolfsburg. Sie leben seit rund 25 Jahren in Verstecken. Als jüngste Taten werden ihnen Raubüberfälle auf einen Geldtransporter und ein Möbelhaus in Cremlingen bei Braunschweig Ende Juni zugeschrieben, bei denen sie etliche hunderttausend Euro erbeutet haben sollen. Im Tatfahrzeug hatte die Polizei den Fetzen einer niederländischen Zeitung gefunden. Die Beamten nahmen daraufhin in dem Nachbarland die aktive Fahndung auf.

Mutmaßliche Sichtungen liegen Monate zurück

Viele der mutmaßlichen Sichtungen der früheren Terroristen lägen etliche Wochen zurück, sagte der Polizeisprecher. Nach niederländischen Medienberichten will ein Pressefotograf das Trio Ende Mai auf einem Autobahnparkplatz bei Heerenveen gesehen haben, im selben Monat wurden die drei mutmaßlich auch in einem Kaufhaus der nordniederländischen Stadt gesichtet. Aus derselben Region gab es auch im August weitere Hinweise. Wegen der bundesweit in Polizeiwachen ausgehängten Fahndungsplakate gebe es auch in Deutschland weiterhin Hinweise, so Federau.

„Ich bin mir sicher, dass sie es waren“, sagte Fotograf Piet Bosma der Lokalzeitung „Nieuwe Ooststellingwerver“. „Sie waren älter als auf den Fotos, aber die Blicke von einem der Männer habe ich direkt erkannt, die Ähnlichkeit war sehr groß.“ Auf einem Autobahnparkplatz hatte er sogar einen kurzen Wortwechsel mit den Männern, die er später als das RAF-Trio identifiziert haben will. Die zwei hätten ungepflegt ausgesehen und einer habe ungeniert im Freien gepinkelt. Das Trio sei mit einem älteren, blauen BMW und einem Kleinbus unterwegs gewesen.

Für die Linksterroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) waren die Niederlande in ihrer aktiven Zeit ein Rückzugsraum. Zu konspirativen Treffen soll die Spitze der RAF häufig in Utrecht zusammengekommen sein. 1991 entdeckte die Polizei in einem Wald in Baarn bei Utrecht ein Depot mit Waffen und Papieren der RAF. RAF-Terroristen erschossen 1977 in Utrecht einen Polizisten und 1978 in Kerkrade zwei Zöllner. (dpa)

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