Flüchtlingspolitik

AfD-Chefin Petry will Asylbewerber auf Inseln abschieben

Das Ziel ihrer Fantasien ist so weit weg wie die Umsetzung solcher Vorschläge: AfD-Chefin Frauke Petry will Flüchtlinge auf Inseln schicken.

Reif für die Insel: Frauke Petry hat einen neuen Vorschlag zum Umgang mit Flüchtlingen gemacht.

Reif für die Insel: Frauke Petry hat einen neuen Vorschlag zum Umgang mit Flüchtlingen gemacht.

Foto: © Hannibal Hanschke / Reuters / REUTERS

Berlin.  AfD-Chefin Frauke Petry will abgelehnte Asylbewerber und illegal Eingereiste auf Inseln außerhalb Europas abschieben, die von den Vereinten Nationen (UN) geschützt werden. Dies forderte die Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei in einem am Samstag in Internet verbreiteten Interview der „Bild“. Darin plädierte Petry dafür, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in eine „Rückwanderungsbehörde“ umzuwandeln. „Diese bringt dann die illegalen Migranten und abgelehnten Asylbewerber auf zwei von der UN geschützte Inseln außerhalb Europas unter.“

Alleinreisende Männer sollten dabei von Familien und Frauen getrennt werden. „Das ist kostengünstiger und vor allem für die Frauen sicherer als die aktuelle Praxis“, sagte Petry. Welche Inseln die Flüchtlinge nach ihren Vorstellungen aufnehmen sollten, sagte die AfD-Chefin dem Bericht zufolge nicht.

Australien unterhält Lager weit vor der Küste

Australien unterhält auf der Pazifikinsel Nauru und auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea Lager für Asylsuchende, die versuchten, per Boot nach Australien zu gelangen und auf offenem Meer abgefangen wurden. Menschenrechtler haben kürzlich die Misshandlung von Flüchtlingen in diesen Lagern kritisiert.

Petry meldete sich mit dem Vorschlag kurz vor einem Kleinen Parteitag zu Wort, der am Sonntag über den Führungsstreit in ihrer Partei berät. Der Bundeskonvent aus 50 Delegierten der Landesverbände soll laut Petry in Kassel eine verbindliche Regelung für die künftige Zusammenarbeit finden, „die tragfähiger ist als die bisherigen Lippenbekenntnisse“. Einen Sonderparteitag mit Neuwahlen der Parteispitze halte sie für unnötig.

In der Partei findet derzeit ein Machtkampf zwischen Petry und ihrem Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen statt. Der Baden-Württemberger hatte zuletzt die Spaltung seiner Fraktion im Landtag erzwungen im Streit über einen Abgeordneten, dem er Antisemitismus vorwarf. Im „Bild“-Interview äußerte sich Petry zurückhaltend zur Möglichkeit einer Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl 2017: „Das ist eine interne Angelegenheit der Partei.“ (rtr/dpa)