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Zentralratschef kritisiert „Burkaisierung“ der Politik

Der Chef des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hält die Debatte über Burkas für unangemessen. Er geht eine besondere Wette ein.

Auf den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, wirkt die aktuelle Diskussion um ein Burka-Verbot befremdlich.

Auf den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, wirkt die aktuelle Diskussion um ein Burka-Verbot befremdlich.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Berlin.  Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, hat die Debatte um ein Burka-Verbot kritisiert. „Mit Befremden stelle ich eine Burkaisierung der Innenpolitik fest“, sagte er dem Nachrichtenportal RBB24 des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) in Berlin. Die wirklich wichtigen Themen blieben dagegen außen vor.

Mazyek zeigte sich überzeugt, dass es nur sehr wenige Frauen in Deutschland gibt, die in entsprechender Vollverschleierung auf die Straße gehen. Dafür ließ er sich auf eine Wette ein: „Einen Kasten Ayran, dass niemand hier in Deutschland mehr als fünf Burkaträgerinnen insgesamt auffindet“, sagte der Vorsitzende des in Köln sitzenden Islamverbandes. Ayran ist ein joghurthaltiges Erfrischungsgetränk.

Im Zusammenhang mit einer von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geplanten Verschärfung von Sicherheitsgesetzen zur Terrorabwehr hatten Unionspolitiker in den vergangenen Tagen wiederholt gefordert, die Vollverschleierung von Frauen in Deutschland zu verbieten. In den Reihen der Bundesregierung stößt das auf Skepsis. De Maizière wie auch Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) wiesen die Forderung zurück. (epd)