Syrienkonflikt

Steinmeier will Luftbrücke für Aleppo prüfen lassen

Die Lage in Aleppo ist katastrophal. Es fehlen Hilfsgüter. Außenminister Steinmeier regt nun eine Luftbrücke in die belagerte Stadt an.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sieht in Syrien eine neue Stufe der Eskalation.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sieht in Syrien eine neue Stufe der Eskalation.

Foto: Jacky Naegelen / REUTERS

Berlin.  Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erwägt die Einrichtung einer Luftbrücke zur Versorgung der Bevölkerung in der syrischen Großstadt Aleppo. Die Bundesregierung sei mit den Vereinten Nationen, den USA und mit Russland darüber im Gespräch, wie humanitäre Hilfe unter UN-Aufsicht in die umkämpfte einstige Metropole gebracht werden könne,sagte Steinmeier der „Welt am Sonntag“.

Die Syrien-Kontaktgruppe habe sich bereits darauf geeinigt, dass bei der systematischen Verweigerung von humanitärer Hilfe eine Versorgung aus der Luft in Erwägung gezogen werden könne und werde dies für Aleppo prüfen, kündigte Steinmeier an. „Wenn beide Teile Aleppos weiter nicht hinreichend humanitär versorgt werden können, sollten wir auch die Möglichkeit von Hilfe aus der Luft prüfen, vor allem bei medizinischen Gütern.“

EU-Notprogramm für Flüchtlinge in Syrien

Die täglich katastrophaler werdende Versorgungslage in Aleppo werde auch Thema bei seinem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Montag, kündigte der SPD-Politiker an. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte dem Magazin „Focus“: „Aleppo ist der Hilfeschrei von 300.000 verzweifelten Menschen an uns alle: Lasst uns nicht sterben!“ Müller sieht vor allem die europäischen Staaten in der Pflicht. Mit einem EU-Notprogramm von zehn Milliarden Euro müsse die Lage der Flüchtlinge in Syrien und den Nachbarstaaten stabilisiert werden. „Europa lädt große Schuld auf sich, wenn nicht geschlossen geholfen wird“, sagte Müller.

Einige Teile Aleppos werden von den Rebellen gehalten, andere sind in der Hand der Regierungstruppen. Seit einer Woche versuchen die Aufständischen mit einer Offensive, den Belagerungsring der Regierungstruppen um den Osten der Stadt zu durchbrechen. Dort sollen noch etwa 250.000 Menschen leben. Bislang gelang es den Kämpfern jedoch nicht, einen sicheren Korridor für Zivilisten und Hilfsgüter zu errichten. Vor dem Krieg war Aleppo die größte Stadt Syriens. (rtr/epd)