Terrorismus

Bayern-Attentate: IS-Kontakt wohl nicht aus Saudi-Arabien

Die Anschläge in Ansbach und Würzburg wurden nach Angaben aus Saudi-Arabien nicht von dort aus geplant. Das teilte die Botschaft mit.

Mit einem Sprengsatz verletzte der aus Syrien stammende Attentäter von Ansbach 15 Menschen und tötete sich selbst.

Mit einem Sprengsatz verletzte der aus Syrien stammende Attentäter von Ansbach 15 Menschen und tötete sich selbst.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Berlin.  Die Attentäter von Würzburg und Ansbach hatten nach Angaben aus Riad keinen direkten Kontakt zu IS-Verbindungsleuten in Saudi-Arabien. „In enger Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden konnte ermittelt werden, dass lediglich einer der Attentäter in Kontakt zu einem IS-Anhänger stand, der sich mit einer saudischen Telefonnummer in einem sozialen Netzwerk registriert hat“, hieß es am Montag in einer Mitteilung der saudi-arabischen Botschaft in Berlin. Dieser Kontaktmann der Terrormiliz Islamischer Staat halte sich aber nicht in Saudi-Arabien, sondern in einem vom IS kontrollierten Gebiet auf.

„Im Zusammenhang mit den Attentaten in Würzburg und Ansbach arbeiten die Behörden beider Länder eng zusammen“, sagte der Botschafter Saudi-Arabiens in Deutschland, Awwad Alawwad, laut Mitteilung. Die Behörden beider Länder stünden in ständigem, direkten Kontakt und tauschten Informationen aus. „Für die Menschen in Saudi-Arabien und in Zentraleuropa stellt der IS-Terrorismus eine akute Bedrohung dar. Dagegen wird Saudi-Arabien mit allen Mitteln vorgehen.“

Bundesanwaltschaft hielt sich bedeckt

In der vergangenen Woche hatte es Berichte über Kontakte der Attentäter nach Saudi-Arabien gegeben. Die Bundesanwaltschaft hatte sich dazu bedeckt gehalten.

Der Würzburger Attentäter hatte am 18. Juli in einem Regionalzug mehrere Menschen mit Axt und Messer schwer verletzt. Später hatte ihn die Polizei erschossen. Ein Sprengsatz des aus Syrien stammenden Ansbacher Attentäters hatte knapp eine Woche später den Täter getötet und 15 Menschen verletzt. (dpa)