Wahlkampf

Clintons Demokraten registrieren weiteren Hacker-Angriff

Mails und Gesprächsmitschnitte der US-Demokraten finden sich bereits bei Wikileaks. Nun ist die Rede von einem weiteren Hackerangriff.

Störfeuer durch gehackte Daten: Zum Nominierungsparteitag der Demokraten tauchten bei Wikileaks Mails aus der Partei auf.

Störfeuer durch gehackte Daten: Zum Nominierungsparteitag der Demokraten tauchten bei Wikileaks Mails aus der Partei auf.

Foto: CHARLES MOSTOLLER / REUTERS

Washington.  Die US-Demokraten sind Opfer eines weiteren Hacker-Angriffs geworden. Auch auf das Wahlkampfkomitee DCCC habe es eine Cyberattacke gegeben, berichtete eine Sprecherin am Freitag. Der Vorfall werde untersucht. Er weise Ähnlichkeiten zu dem Angriff auf den Parteivorstand auf, bei dem sich Hacker Zugriff auf fast 20.000 E-Mails verschafft hatten.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte vor einer Woche Mails veröffentlicht. Die E-Mails legten parteiinterne Störmanöver gegen Hillary Clintons Rivalen Bernie Sanders offen. Das sorgte für einen Skandal, der am Montag schließlich zum Rücktritt von Parteichefin Debbie Wasserman Schultz führte.

Die Veröffentlichungen der jüngsten Zeit haben auch zum Zerwürfnis zwischen Whistleblower Edward Snowden und der Enthüllungsplattform geführt, die seine Dokumente veröffentlicht und ihm bei seiner Flucht geholfen hatte. Snowden kritisierte in einem Tweet, dass Wikileaks so kategorisch darauf bestehe, Material ohne Bearbeitung ins Netz zu stellen.

Wikileaks – mutmaßlich Julian Assange – konterte auf Twitter: Mit Opportunismus werde Snowden keine Begnadigung bei Clinton erreichen. Für den dünnhäutigen Tweet kassierte Wikileaks viel Kritik, einige Nutzer, die sich als bisherige Unterstützer der Plattform bezeichnen, wenden sich ab.

Clintons Wahlkampfteam und IT-Experten machten Russland für die Veröffentlichung verantwortlich. Moskau wies das zurück, Assange hatte NBC gesagt, dafür gebe es keinen Beweis. Clintons Kampagne wolle das in den Vordergrund rücken. Assange hatte in einem Interview Trump und Clinton mit Pest und Cholera verglichen. In einem anderen Interview hatte er allerdings erklärt, bei Trump wisse man nicht, was man bekomme. Bei Clinton schon, sie habe eine lange Tradition eines liberalen Falken, und sie habe Druck gemacht bei der Verfolgung von Wikileaks. In diesem bereits am 12. Juni geführten Gespräch hatte er die Veröffentlichung von Mails der Demokraten angekündigt, die Wikileaks dann pünktlich zum Nominierungsparteitag ins Netz stellte.

Das FBI ermittelt in beiden Fällen. Das DCCC unterstützt demokratische Politiker, die sich um einen Sitz im Repräsentantenhaus bewerben, im Wahlkampf. (law/dpa)