Trauer

München plant für die Opfer des Amoklaufs ein Denkmal

Angela Merkel und Joachim Gauck kommen zum Trauerakt für die Opfer des Amoklaufs. Politiker wollen auch ein Denkmal errichten lassen.

Vor dem Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) in München liegen Blumen. Am Tatort soll ein Denkmal an die Verstorbenen erinnern.

Vor dem Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) in München liegen Blumen. Am Tatort soll ein Denkmal an die Verstorbenen erinnern.

Foto: Sven Hoppe / dpa

München.  Für die Opfer des Amoklaufs von München soll ein Denkmal direkt am Tatort Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) entstehen. Einen entsprechenden Antrag haben mehrere Fraktionen des Stadtrates gestellt, wie die Rathaus-SPD am Freitag mitteilte. „Wir möchten auf dem Denkmal die Namen der Opfer nennen und auch der Polizei und den Hilfskräften danken“, sagte ihre Sprecherin Katja Budich. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) begrüßte den Vorstoß, „die Erinnerung wach zu halten“.

Ein 18-Jähriger hatte am vergangenen Freitag neun Menschen erschossen und sich anschließend selbst getötet. Die Gedenkstätte soll nach dem Willen der SPD spätestens am ersten Jahrestag des Amoklaufs eingeweiht werden.

Gottesdienst und Trauerakt im Landtag geplant

Am Sonntag ist im Gedenken an die Opfer ein ökumenischer Gottesdienst im Liebfrauendom geplant unter anderem mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und dem evangelischen Landesbischof und Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. Bei einem Trauerakt im Landtag soll unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck reden. Neben zahlreichen Landespolitikerin werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Angehörige der Toten erwartet.

Nach dem Einsatz bei dem Amoklauf sieht derweil der damalige Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr, Stephan Rudolph, Verbesserungsbedarf. „Ich sehe insbesondere im Training Verbesserungspotenzial, dass man das speziell für die Terrorgeschichte noch verstärkt trainiert mit allen Beteiligten.“ Als Blaupause für einen echten Terrorfall sieht Rudolph den Einsatz aber nicht. Das sei schwierig, „weil jeder Einsatz anders ist“, sagte er. „Insbesondere in solchen Situationen, die sehr dynamisch sind und wo man eigentlich nicht genau abschätzen kann, was passiert.“ (dpa)