Mahnmal

Anzeigetafel in Barcelona zählt ertrunkene Flüchtlinge

Tausende Menschen ertrinken auf ihrer Flucht nach Europa im Mittelmeer. Die Stadt Barcelona gedenkt ihrer jetzt mit einem Mahnmal.

Vor der Küste Libyens: Diese Menschen versuchen auf dem überfüllten Schiff nach Europa zu gelangen. Wenig später greift sie die italienische Marine auf.

Vor der Küste Libyens: Diese Menschen versuchen auf dem überfüllten Schiff nach Europa zu gelangen. Wenig später greift sie die italienische Marine auf.

Foto: © Handout . / Reuters / REUTERS

Barcelona.  Die Stadt Barcelona hat ein Monument eingeweiht, das mit seinem digitalen Zähler der im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge gedenkt. Bei der öffentlichen Präsentation am Donnerstag nannte die Bürgermeisterin der spanischen Stadt, Ada Colau, das Mahnmal einen „Zähler der Schande“. Das berichten zahlreiche Medien.

Die Anzeige beginnt mit der Nummer 3034. Nach Informationen der Internationalen Organisation für Migration ist dies die derzeit bekannte Zahl an Menschen, die im Jahr 2016 auf der Überfahrt nach Europa im Mittelmeer umkamen. Ein Tweet auf Twitter zeigt die Zahlenanzeige in Barcelona, unter der auf Spanisch geschrieben steht: „Das ist nicht nur eine Zahl.“

Bürgermeisterin Colau von der linksgerichteten Partei „Barcelona en Comú“ beabsichtigt mit dem Mahnmal, die Bevölkerung auf das Leid der Geflüchteten aus Syrien und aus afrikanischen Ländern aufmerksam zu machen, berichtet die spanische Zeitung „La Vanguardia“. Colau fordert eine sichere Überfahrt von Schutzsuchenden nach Europa und eine Abkehr von Europas Politik der Abschottung.

Proteste während der Einweihung

Über das Mahnmal hinaus arbeitet die Regierung von Barcelona an einem Plan, um Geflüchtete aufzunehmen und ihnen die nötige Hilfe zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört neben medizinischer und psychologischer Betreuung auch die Integration in den Arbeitsmarkt.

Nach einem Bericht von „La Vanguardia“ kam es während der Einweihung des Mahnmals auch zu Protesten gegen das Agieren der Polizei in Barcelona. Anlass war die Inhaftierung von sechs Senegalesen, die mit dem Vertrieb von gefälschten Produkten in Verbindung gebracht werden. Die Demonstranten forderten von der Bürgermeisterin einen anderen Umgang mit Migranten und die Freiheit der Inhaftierten.