Gottesdienst

Bischöfin: „Vielen in Ansbach geht es richtig schlecht“

Ein Besucher, gekleidet mit einer Weste mit der Aufschrift „Notfallseelsorger“, betritt die Kirche zu einem ökumenischen Gottesdienst für die Betroffenen des Ansbacher Bombenattentats.

Ein Besucher, gekleidet mit einer Weste mit der Aufschrift „Notfallseelsorger“, betritt die Kirche zu einem ökumenischen Gottesdienst für die Betroffenen des Ansbacher Bombenattentats.

Foto: Timm Schamberger / dpa

Betroffene des Terroranschlags von Ansbach sind zu einer Andacht zusammengekommen. Eine Bischöfin gab Einblick in die Gemütslage.

Ansbach.  Bis zu 200 Menschen haben in Ansbach an einem ökumenischen Gottesdienst für die Betroffenen des Bombenanschlags in der mittelfränkischen Kleinstadt teilgenommen. Zu den Gästen der Andacht für Verletzte, Angehörige und Helfer zählte am Donnerstagabend auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Die Ansbacher Regionalbischöfin Gisela Bornowski sagte in ihrer Predigt, die Stadt sei durch den Terror aus den Fugen geraten, die Angst sei in Ansbach angekommen. „Vielen Menschen geht es richtig schlecht.“ Bis zu diesem Abend habe niemand für möglich gehalten, dass es zu einem Anschlag in der Stadt kommen könnte. Es gelte aber auch nach solchen tragischen Ereignissen, zuversichtlich zu bleiben und „das Vertrauen in Menschen nicht aufzugeben“, sagte die evangelische Theologin.

Bornowski mahnte, die Gesellschaft dürfe auch nach so schrecklichen Ereignissen wie in Würzburg, München und Ansbach ihren „menschenfreundlichen, mitfühlenden Umgang, die Unterstützung für Geflüchtete und vor allem ihre Integration nicht infrage stellen“.

Am vergangenen Sonntag hatte sich ein 27-jähriger Syrer in Ansbach vor einem Konzertgelände in die Luft gesprengt. Er zündete eine mit scharfen Metallteilen gespickte Rucksackbombe. 15 Menschen wurden dabei zum Teil schwer verletzt, der Attentäter kam ums Leben. Laut Ermittlern hatte das Attentat einen islamistischen Hintergrund - ebenso wie der Amoklauf mit einer Axt am Montagabend vor einer Woche in einem Regionalzug bei Würzburg. Dort hatte ein 17 Jahre alter Afghane mit einer Axt und einem Messer etliche Menschen verletzt, fünf davon schwer. Er wurde beim Versuch der Festnahme von Spezialeinsatzkräften getötet. (dpa/epd)

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