Istanbul

Haftbefehle gegen 42 türkische Journalisten

Istanbul. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan verschärft den Druck auf seine Kritiker. Am Montag stellte die Istanbuler Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen 42 Journalisten aus. Noch am gleichen Tag wurden die Verdächtigen verhaftet. Außerdem wurden 31 Akademiker festgenommen.

Nachdem Erdogan bereits über 60.000 Soldaten, Lehrer, Polizisten, Richter, Staatsanwälte und Wissenschaftler suspendieren und über 13.000 Menschen festnehmen ließ, sind jetzt auch Beschäftigte von Staatsunternehmen betroffen: Die Fluggesellschaft Turkish Airlines hat mehr als 200 Mitarbeitende entlassen, der Konzern Türk Telekom 198. Ihnen werden offenbar Verbindungen zu Gülen vorgeworfen, den Erdogan als Drahtzieher des gescheiterten Putschversuchs sieht.

Auch Außenminister Mevlüt Cavusoglu will sein Ministerium von Anhängern der Gülen-Bewegung „säubern“. „Auch auf der Botschafterebene wird es Suspendierungen geben“, sagte Cavusoglu er dem Sender Habertürk. Betroffen seien Diplomaten mit entsprechendem Rang im Ministerium in Ankara.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe: Es gebe „glaubwürdige Hinweise“ auf Misshandlungen und sogar Folter von festgenommenen Verdächtigen in der Türkei.

( geh )

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