Anschlag

16-jähriger Bekannter von Münchner Amok-Schütze wieder frei

Der Richter sah keinen dringenden Tatverdacht: Die Ermittler mussten daher den mutmaßlichen Mitwisser des Schützen wieder freilassen.

Vor dem Olympia-Einkaufszentrum in München haben Menschen zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs Blumen und Kerzen niedergelegt.

Vor dem Olympia-Einkaufszentrum in München haben Menschen zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs Blumen und Kerzen niedergelegt.

Foto: Peter Kneffel / dpa

München.  Der mutmaßliche Mitwisser des Amok-Schützen von München ist nach seiner Festnahme wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl sei abgelehnt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I am Montag. Gegen den 16-Jährigen wird wegen des „Nichtanzeigens einer Straftat“ ermittelt, weil er möglicherweise von dem geplanten Amoklauf wusste. Die Staatsanwaltschaft hatte den Haftbefehl unter anderem wegen Verdunkelungsgefahr beantragt. Der Ermittlungsrichter sah laut der Behörde aber keinen dringenden Tatverdacht und auch keinen Haftgrund.

Der 16-Jährige war am Sonntag um 19.15 Uhr festgenommen worden. Nach Angaben der Ermittler hatte er sich kurz vor der Tat mit dem Amokschützen im Bereich des Tatorts getroffen, möglicherweise hatte er auch von dessen Waffe gewusst.

Dies gehe aus einer WhatsApp-Kommunikation des 16-jährigen Freundes des Amokläufers mit dem Täter hervor, teilte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Montag in München mit. Der 16-Jährige habe diesen Chat zwar zu löschen versucht, aber die Polizei habe den Verlauf der Kommunikation wiederhergestellt. Der 16-Jährige hatte sich nach der Tat vom Freitagabend bei der Polizei gemeldet.

In Psychiatrie kennengelernt

Der mutmaßliche Mitwisser hatte den Münchner Amokläufer im vergangenen Jahr in der Psychiatrie kennengelernt. Dort sei ihm bekannt geworden, dass der Täter den norwegischen Massenmörder Breivik verehrt habe, sagte Steinkraus-Koch. Der Amokläufer habe demnach auch geäußert, „er hätte einen Hass auf Menschen“.

Am Freitag hatte ein 18-jähriger Deutsch-Iraner neun Menschen mit einer Schusswaffe getötet und Dutzende verletzt. Der Täter hatte mit einem gefälschten Facebook-Eintrag wohl mehrere Jugendliche zu einem Schnellrestaurant am Olympia-Einkaufszentrum in München gelockt. (dpa)