Anschlag

Videos aus dem Netz zeigen den Amokläufer von München

Nur kurz nach dem Amoklauf kursieren im Internet Amateurvideos vom mutmaßlichen Täter. Sie könnten Hinweise zu seinen Motiven liefern.

Vor der Filiale eines Schnellrestaurants schoss der Attentäter um sich. Ein Amateurvideo zeigt diesen Moment.

Vor der Filiale eines Schnellrestaurants schoss der Attentäter um sich. Ein Amateurvideo zeigt diesen Moment.

Foto: Joerg Koch / Getty Images

Berlin.  „Ich bin Deutscher! Hört auf zu filmen!“ Schüsse fallen, Menschen schreien: Nur kurze Zeit nach dem Anschlag in München ist das Netz voll von mutmaßlichen Augenzeugenvideos. Zwei davon zeigen offenbar auch den angeblichen Attentäter: Eines bei einem Streitgespräch auf einem Parkdeck mit einem Augenzeugen; ein anderes, wie er vor der McDonalds-Filiale in München in eine Menschengruppe schießt. Die Videos scheinen authentisch zu sein. Die Polizei bestätigte, dass es sich bei dem Mann, der auf dem Video auf dem Parkdeck zu sehen ist, um den Täter handeln könnte.

Die Aufnahme wurde offenbar kurz nach den ersten Schüssen aufgezeichnet, der mutmaßliche Täter versucht sich darin zu rechtfertigen. Er ist dunkel gekleidet, läuft auf einem Parkdeck unruhig hin und her. Dann schreit ein Mann, der mutmaßliche Attentäter brüllt zurück. Die Tonaufnahmen sind schlecht, zu hören sind unter anderem: „Ich bin Deutscher! Hört auf zu filmen ... hier geboren worden... in einer Hartz-IV-Gegend ... in Behandlung. Ich hab nix getan. Halten Sie die Schnauze, Mann.“ Dann fallen Schüsse, Menschen schreien.

Auf einem weiteren, etwa 30-Sekunden kurzem Videoclip steht ein Mann vor einer McDonald’s-Filiale, in der Hand eine Pistole. Es handelt sich offensichtlich um die Filiale nahe des Olympia-Einkaufszentrums. Der Mann hebt den rechten Arm und zielt auf Passanten, die auf dem Fußweg laufen. Als die Menschen realisieren, was passiert, rennen sie panisch davon. Auch der Augenzeuge, der das Handy-Video bei Twitter geteilt hat. Die Bilder sind dann verwackelt, im Hintergrund fallen Schüsse. In Sekunde 20 sagt der Filmer ungläubig: „Ey, wie krank ist denn der?“ Am Ende ruft er noch: „Er kommt hierher, lauft Leute, lauft.“ Dann bricht das Video ab.

Die Polizei wertet diese und andere Videos von Augenzeugen derzeit noch aus. Die Ermittler riefen dazu auf, mögliche weitere Handy-Videos vom Tatort zur Verfügung zu stellen. Die Aufnahmen könnten wichtige Hinweise zum Motiv des 18-Jährigen liefern. (jha)

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