Anschlag

Was wir bisher über den Amokschützen von München wissen

Die tödlichen Schüsse von München hat offenbar ein 18-jähriger Deutsch-Iraner abgegeben. Zehn Menschen starben bei dem Anschlag.

Der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä informierte in der Nacht zu Samstag über den Ermittlungsstand.

Der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä informierte in der Nacht zu Samstag über den Ermittlungsstand.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Berlin.  Nach der Schießerei in München mit neun Toten werden langsam Details über den Tathergang bekannt. Die Opfer, die meisten von ihnen Jugendliche, sind identifiziert. Der 18-Jährige Täter soll allein gehandelt haben und hat seinen Amoklauf vorbereitet.

Was wir wissen:

• Der Schütze von München war laut Polizei ein Amokläufer ohne Terror-Bezug. Es gibt „keine Erkenntnisse“, dass er mit dem IS in Verbindung stand.

• Der 18-jährige Schüler trug eine 9-Millimeter-Pistole vom Typ Glock 17 bei sich, zudem befanden sich in seinem Rucksack rund 300 Schuss Munition. Die Polizei ist sich sicher, dass er mit der Waffe die neun Menschen in dem Olympia-Einkaufszentrum tötete.

• In der Wohnung des jungen Mannes, der sich laut Polizei nach seinem Amoklauf selbst erschoss, fanden die Ermittler Zeitungsausschnitte, die sich mit „Amoklagen“ befassten sowie ein Buch mit dem Titel „Amok im Kopf – Warum Schüler töten“. Offenbar hat sich der mutmaßliche Täter mit diesem Thema ausführlich befasst. Über die Gründe der Tat ist indes noch nichts bekannt.

• Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass der Amokläufer seine Tat nicht zufällig am Freitag beging: Es war der fünfte Jahrestag des Amoklaufs von Utoya durch Anders Breivik. Der Münchener habe sich vermutlich auch mit dem Täter aus Norwegen beschäftigt. „Diese Verbindung liegt auf der Hand“, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä. Laut Bundesinnenminister Thomas de Maizère werten Ermittler Facebook-Beiträge des Täter zu Breiviks Attentat und dem Amoklauf von Winnenden aus.

• Einen Abschiedsbrief fanden die Ermittler nicht.

• Der Täter besaß die deutsche wie die iranische Staatsbürgerschaft. Er heißt Ali David S.

• Laut den Behörden gibt es Hinweise darauf, dass sich der Schüler, der in München geboren und aufgewachsen ist, in ärztlicher und psychiatrischer Behandlung befand.

• Polizeilich aufgefallen war der 18-Jährige bis dato lediglich bei einer kleineren Schlägerei. Dieses Verfahren sei wegen Geringfügigkeit eingestellt worden.

• Thomas de Maizière teilte mit, dass der Täter einen Facebook-Account gehackt habe und darüber mögliche Opfer zu der McDonald’s-Filiale am Olympia-Einkaufszentrum lockte. Er habe in dem Facebook-Beitrag kostenlose Angebote angepriesen.

• Offenbar zielte der Todesschütze speziell auf junge Leute. Von den neun Todesopfern sind acht zwischen 14 und 20 Jahren, eines ist 45 Jahre alt. Unter den Toten befinden sich drei Frauen.

• Der Amokschütze hatte am späten Freitagnachmittag in München die ersten Schüsse vor einem Schnellrestaurant abgegeben. Ein Video zeigt ihn vor der McDonald’s-Filiale.

• Dann eröffnete er das Feuer vor dem Olympia-Einkaufszentrum im Stadtteil Moosach.

• Nach der Tat stellte eine Zivilstreife den Schützen. Die Polizisten schossen auf den Mann, trafen ihn aber nicht. Offenbar tötete der Mann sich dann selbst.

• Seine Leiche wurde etwa einen Kilometer vom Einkaufszentrum entfernt in einer Nebenstraße gefunden. Dort wurde auch eine Pistole sichergestellt. (W.B.)

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