Axt-Attacke

Würzburg-Attentäter wurde bei Einreise polizeilich überprüft

Die Ermittler prüfen Verbindungen des Würzburg-Attentäters in die Terrorszene. 2015 hatte ihn bereits die Bundespolizei überprüft.

In einem Regionalzug bei Würzburg hatte der 17-Jährige bei einer Messer- und Axt-Attacke fünf Zugreisende verletzt.

In einem Regionalzug bei Würzburg hatte der 17-Jährige bei einer Messer- und Axt-Attacke fünf Zugreisende verletzt.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Berlin.  Über die Nationalität des Attentäters von Würzburg und zur Frage möglicher Mittäter gibt es nach Angaben des Bundesinnenministeriums noch keine endgültigen Ergebnisse. Die Ermittlungen dazu liefen noch, sagte ein Sprecher am Freitag in Berlin. Es war Unsicherheit aufgekommen, ob der 17-Jährige, der nach seiner Messer- und Axt-Attacke am Montagabend auf fünf Zugreisende aus Hongkong von der Polizei erschossen worden war, aus Afghanistan oder Pakistan stammte.

Der Sprecher betonte, nach vorliegenden Erkenntnissen sei der Flüchtling bereits kurz nach seiner Ankunft in Deutschland im vorigen Jahr polizeilich überprüft worden. Die Bundespolizei habe seine Personalien am 29. Juni 2015 um 3.55 Uhr aufgenommen, nachdem er mit einer Reisegruppe über die deutsch-österreichische Grenze gekommen war. Damals habe es eine verstärkte Fahndung gegeben, bundesweit seien 228 unerlaubt eingereiste Personen festgestellt worden.

Der Betroffene sei in Gewahrsam genommen, in Passau polizeilich überprüft und wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise ohne Pass angezeigt worden. Seine angegebenen Personalien und Fingerabdrücke seien dabei auch fahndungsmäßig in den nationalen Datenbanken eingegeben worden – ohne Ergebnis. „Er war sozusagen neu für die polizeilichen Datenbanken. Es gab da keine Voreinträge.“

Täter wollte wohl seine Spuren verschleiern

Doch ob und inwieweit der Attentäter in der Terrorszene vernetzt war, überprüfen laut dem „Spiegel“ nun Ermittler. Wie das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, konnten dem 17-Jährigen zwei Facebook-Profile zugeordnet werden. Die dort enthaltenen Informationen würden mehrere Tausend Seiten füllen. Auch das Handy des Attentäters konnte sichergestellt werden. Jedoch seien die Sim-Karte und der Speicher des Geräts beschädigt worden. Dies dürfte die Auswertung der Handydaten erschweren. Wie der „Spiegel“ weiter schreibt, vermuten Sicherheitskreise, dass der 17-Jährige sein Mobiltelefon selbst beschädigte. Offenbar habe er seine Axt genutzt, die er auch für den Anschlag verwendete.

Regierungssprecher Steffen Seibert drückte erneut das Entsetzen der Bundesregierung über den Anschlag sowie die Hoffnung auf Genesung der Familie aus China aus. Jeder solle wissen, dass die Sicherheitsbehörden in Deutschland alles täten, um Radikalisierungen frühzeitig zu erkennen. „Wir sind da mit allen Kräften dran. Und dennoch wird es nie eine Situation geben, dass man für ein ganzes Land sagen kann, dass das nie vorkommen kann.“ (dpa/jha)