Cleveland

Trump stellt Beistandsgarantie der Nato infrage

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump kassiert viel Kritik für seine Nato-Äußerungen – und sein Rivale Ted Cruz macht ihm das Leben schwer

Cleveland. Die Krönungsmesse für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump in Cleveland gerät immer mehr zur Pannenshow mit internationalen Auswirkungen. In der „New York Times“ hat der 70-jährige Geschäftsmann nun die Grundfesten der Nato infrage gestellt. Sollte es zu einem russischen Angriff auf das Baltikum kommen, würde Amerika unter seiner Führung nicht automatisch innerhalb des Verteidigungsbündnisses Beistand leisten, sagte Trump. „Wenn sie ihren (finanziellen – d. Red.) Verpflichtungen uns gegenüber nachkommen, dann ja“, zitiert das Blatt den Immobilienunternehmer auf die Frage, ob sich die Balten auf Amerika verlassen können. Trump knüpfte mit seinen Äußerungen an Bemerkungen aus dem Frühjahr an. Sein Tenor damals wie heute: Amerika könne sich die finanziellen Lasten des Verteidigungsbündnisses nicht mehr leisten.

Dessen Konkurrentin um die Präsidentschaft, die Demokratin Hillary Clinton, reagierte sofort und betonte, dass die Beistandsgarantien in der Nato „absolut wasserdicht“ seien: „Ronald Reagan und Harry Truman würden sich schämen.“ Trump fand auch wohlwollende Worte für den Umgang des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit dem Putschversuch. „Ich halte ihm zugute, dass er das wieder unter Kontrolle bekommen hat.“

Texas-Senator Ted Cruz forderte unterdessen die republikanischen Delegierten des Parteitags auf, am Wahltag allein „ihrem Gewissen“ zu folgen. „Stimmt für den Kandidaten, dem ihr vertraut, dass er unsere Freiheiten verteidigen und die Verfassung respektieren wird“, sagte er. Diese Sätze wurden als Breitseiten gegen Trump gewertet. „Wir wollen Dich hier nicht, Ted, geh nach Hause“, riefen erzürnte Mitglieder.