Berlin

Auswärtiges Amt rät Urlaubern zu „äußerster Vorsicht“

Berlin. Zuerst die Terroranschläge, dann der gescheiterte Putschversuch, nun wurde der Ausnahmezustand ausgerufen – die brisante Lage in der Türkei verunsichert Urlauber. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie sollten sich Touristen verhalten?

Das Auswärtige Amt rät Reisenden in Ankara und Istanbul zu äußerster Vorsicht. Dies gelte insbesondere auf öffentlichen Plätzen für Menschenansammlungen. Bei unklarer Lage solle man Wohnungen und Hotels im Zweifel nicht verlassen, heißt es im Reisehinweis für die Türkei. Es kann jederzeit zu allgemeinen Personenkontrollen kommen. Urlauber sollten immer ein gültiges Ausweisdokument mit sich führen.

Wie ist die Lage in den touristischen Regionen?

Nach Aussage der Reiseveranstalter und des Auswärtigen Amtes ist die Lage in den touristischen Regionen am Mittelmeer bisher ruhig. Ein Sprecher von Thomas Cook sprach kurz nach dem Putschversuch von „Normalität“ in den Badeorten, die zum Teil weit entfernt sind von Istanbul und Ankara. Nur wenig Reisende entschlossen sich, umgehend nach Deutschland zurückzukehren, hieß es bei der Tui, Thomas Cook und DER Touristik (unter anderem ITS, Jahn Reisen, Dertour). Dennoch sind viele Hotels und Strände zurzeit leer.

Wie haben die großen Reiseveranstalter reagiert?

Noch bis 24. Juli können Kunden von Alltours oder Bye Bye Reisen sich entscheiden, ob sie ihre Reise antreten wollen. Bei Tui Deutschland ist eine kostenlose Stornierung nicht mehr möglich. Die Frist endete am 18. Juli. Ähnlich hielt es die Thomas-Cook-Gruppe (Neckermann, Öger, Thomas Cook, Condor). Bei Städtereisen nach Istanbul und Ankara endet bei den meisten Veranstaltern die Frist für Umbuchungen oder Stornierungen hingegen erst am 31. Juli.

Wenn ich nicht in die Türkei reisen oder den Urlaub abbrechen möchte – kann ich das kostenlos tun?

Das hängt davon ab, wohin die Reise geht. Bei einem Badeurlaub in Antalya, dürften Urlauber nach Einschätzung von Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg schlechte Karten haben. Da die Lage dort ruhig sei, hätten Urlauber kein Recht auf kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen. Wer einen Städtetrip nach Istanbul gebucht hat, dürfte weniger Probleme bekommen. Während des Putschversuchs wurden am Istanbuler Flughafen alle Flüge abgesagt. Wer auf einen der Flüge gebucht war, bekommt von der Airline sein Geld zurück oder kann eine Ersatzbeförderung verlangen.

Müssen Kreuzfahrtreeder reagieren?

Die meisten Reedereien hatten nach den vergangenen Anschlägen fast alle Anläufe der Türkei abgesagt, etwa Aida Cruises, MSC oder Norwegian Cruise Line. Tui Cruises läuft erst wieder im Oktober Istanbul an.