Caritas-Studie

47.000 Jugendliche verlassen die Schule ohne Abschluss

Der Anteil von Schulabgängern ohne Abschluss lag 2014 bei 5,7 Prozent. Der Caritas-Präsident fordert die Politiker zum Handeln auf.

5,7 Prozent der Schulabgänger in Deutschland verließen 2014 die Einrichtungen ohne Abschlusszeugnis. Dies ist ein minimaler Anstieg zu den Jahren 2012 und 2013.

5,7 Prozent der Schulabgänger in Deutschland verließen 2014 die Einrichtungen ohne Abschlusszeugnis. Dies ist ein minimaler Anstieg zu den Jahren 2012 und 2013.

Foto: Imago

Berlin.  47.000 Jugendliche in Deutschland haben laut einer Studie der Caritas 2014 die Schule ohne einen Abschluss verlassen. Damit stagniere der Anteil von Schülern ohne Abschlusszeugnis im Bundesschnitt bei 5,7 Prozent, teilte der katholische Wohlfahrtsverband am Mittwoch in Berlin mit. In den Jahren 2012 und 2013 lag die Quote den Angaben nach bei 5,6 Prozent.

Caritas-Präsident Peter Neher appellierte an die Bildungspolitiker in Bund und Ländern, mehr für benachteiligte Schüler zu tun: „Wer die Schule ohne Abschluss verlässt, hat nicht nur deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz, sondern auch weniger Chancen auf ein Leben unabhängig von staatlichen Leistungen.“

Deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern

Den Daten der Caritas zufolge zeigen sich im Vergleich der Bundesländer deutliche Unterschiede. Die Quoten der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss liegen 2014 zwischen 4,4 Prozent in Bayern und 9,2 Prozent in Sachsen-Anhalt. Dabei ist die Quote in einigen Ländern gestiegen: in Berlin von 7,7 auf 8,7 Prozent, in Schleswig-Holstein von 7 auf 7,6 Prozent, in Nordrhein-Westfalen von 5,5 auf 6 Prozent.

Doch es gibt auch den gegenläufigen Trend. Deutlich gesunken sind die Quoten in Mecklenburg-Vorpommern (von 9,6 auf 7,9 Prozent) und in Sachsen (von 8,8 auf 7,8 Prozent).

Caritas-Präsident fordert intensivere Kooperation

Neher forderte, dass Politik, Schule, Jugendamt, Arbeitsamt, Wohlfahrtspflege und Wirtschaft besser zusammenarbeiten, um mehr Schülern zu einen Abschluss zu verhelfen. Hilfen und Angebote wie Schulsozialarbeit, Berufsberatung, Berufsorientierung und Elternarbeit würden sich bewähren. Zur Kooperation sei der „politische Wille vor Ort entscheidend“, machte Neher deutlich. (epd)