Anschläge

Die Chronologie des Terrors in Frankreich und Europa

Seit 2015 wurde Frankreich mehrfach von Terroranschlägen erschüttert. Auch andere europäische Städte wurden getroffen. Ein Überblick.

Berlin.  Kein anderes europäisches Land wurde zuletzt so häufig und so schwer von terroristischen Attacken heimgesucht wie Frankreich. Dabei waren „Charlie Hebdo“ im Januar 2015, Paris im November 2015 und zuletzt Nizza besonders traumatische Ereignisse – aber längst nicht alle. Eine Chronologie der Attacken in Frankreich seit Anfang 2015:

7. Januar 2015: Beim Attentat auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ sterben in Paris zwölf Menschen. Zu dem Anschlag bekennt sich ein Ableger der Terrororganisation Al-Kaida. Ein dritter Täter erschießt eine Polizistin und nimmt in einem jüdischen Supermarkt Geiseln, von denen er vier erschießt, bevor er selbst von der Polizei getötet wird. Er hatte sich zuvor zur Terrormiliz IS bekannt.

19. April 2015: Nach der Ermordung einer Frau in Villejuif bei Paris wird ein Student festgenommen. Der 24-Jährige mit Kontakt nach Syrien soll mit einem Waffenarsenal aus Kalaschnikow-Sturmgewehren, Pistolen und Revolver Anschläge auf Kirchen geplant haben.

26. Juni 2015: Ein 35-jähriger Islamist wird überwältigt, als er in einem Industriegas-Werk in Saint-Quentin-Fallavier bei Lyon eine Explosion verursachen wollte. Er hatte zuvor seinen Arbeitgeber enthauptet und den Kopf mit zwei Islamistenflaggen auf den Fabrikzaun gesteckt.

21. August 2015: Ein 25-jähriger Islamist wird im Thalys-Schnellzug Brüssel-Paris bei einem Anschlagversuch mit einem Schnellfeuergewehr von Fahrgästen überwältigt. Zwei Zuginsassen werden verletzt.

13. November 2015: Bei einer koordinierten Anschlagsserie in Paris töten IS-Extremisten 130 Menschen. In der Konzerthalle „Bataclan“ richten sie ein Massaker an, Bars und Restaurants werden beschossen, am Stade de France sprengen sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland drei Selbstmordattentäter in die Luft.

18. November 2015: Bei einem Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis bei Paris nimmt die Polizei sieben mutmaßliche Komplizen der Attentäter fest. Drei weitere Verdächtige kommen ums Leben, wie sich später herausstellt – einer ist der gesuchte Abaaoud.

7. Januar 2016: Am Jahrestag der Anschläge auf „Charlie Hebdo“ schießen Polizisten vor einem Pariser Kommissariat einen Mann nieder. Er war mit einem Messer bewaffnet und trug die Attrappe einer Sprengstoffweste.

24. März 2016: Ermittler nehmen einen 34-jährigen Franzosen fest und finden in einer von ihm angemieteten Wohnung im Pariser Vorort Argenteuil ein großes Waffenarsenal, unter anderem mit fünf Kalaschnikow-Sturmgewehren, einer Maschinenpistole und Sprengstoff. Nach Ansicht der Ermittler gehörte der Festgenommene zu einem Terrornetzwerk, das kurz vor einem schweren Anschlag stand.

14. Juni 2016: Ein Mann ersticht in Magnanville im westlichen Umland von Paris einen Polizisten und verschanzt sich in dessen Haus, wo später auch die Lebensgefährtin des Opfers tot aufgefunden wird. Die Polizei stürmt das Gebäude und erschießt den Täter, der sich zuvor zum IS bekannt hatte. Vor dem Hintergrund der laufenden Fußball-EM hatten zahlreiche Behörden immer wieder vor der hohen Terrorgefahr in Frankreich gewarnt.

14. Juli 2016: Bei einem Anschlag am französischen Nationalfeiertag sind in der Hafenstadt Nizza mindestens 84 Menschen getötet worden. Zahlreiche weitere wurden verletzt, als der Attentäter mit einem Lastwagen in eine feiernde Menschenmenge raste.

Auch andere europäische Städte im Visier

Zuletzt mag vor allem Frankreich ins Visier islamistisch motivierter Täter gerückt sein. Doch in den vergangenen Jahren wurden auch andere europäische Metropolen immer wieder zum Ziel verheerender Terroranschläge. Eine Auswahl:

Brüssel: Im März 2016 töten islamistische Attentäter in der belgischen Hauptstadt mit mehreren Bomben 32 Menschen am Flughafen und in einer Metrostation. Im Mai 2014 erschießt ein französischer Islamist vier Menschen im Jüdischen Museum. Kurz darauf wird er festgenommen. Als selbsternannter „Gotteskrieger“ hatte er zuvor in Syrien gekämpft.

Istanbul: Im Januar 2016 reißt ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im historischen Stadtzentrum zwölf Deutsche mit in den Tod. Der Angreifer zündet die Bombe mitten in einer Reisegruppe nahe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee.

Kopenhagen: Im Februar 2015 feuert ein arabischstämmiger 22-Jähriger auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor ihn Polizeikugeln tödlich treffen.

London: Im Juli 2005 zünden vier Muslime mit britischen Pässen Sprengsätze in der Londoner U-Bahn und in einem Bus. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Madrid: Im März 2004 sterben bei islamistisch motivierten Bombenanschlägen auf Pendlerzüge 191 Menschen, etwa 1500 werden verletzt. (dpa)

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