„Möchtegern-Diktator“

Erdogan-Beleidigung: CHP-Chef zu Geldstrafe verurteilt

Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu soll Erdogan in einer Rede „Möchtegern-Diktator“ genannt haben. Nun muss er eine Geldstrafe zahlen.

Der türkische Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu (CHP) soll Erdogan beleidigt haben.

Der türkische Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu (CHP) soll Erdogan beleidigt haben.

Foto: UMIT BEKTAS / REUTERS

Istanbul.  Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu ist wegen Beleidigung von Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Der Chef der Mitte-Links-Partei CHP müsse insgesamt 50.000 Türkische Lira (rund 15.600 Euro) zahlen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Hintergrund seien zwei Reden Kilicdaroglus vom Januar in Ankara, in denen er Erdogan als „Möchtegern-Diktator“ bezeichnet habe.

Seit Erdogans Wahl zum Staatsoberhaupt im August 2014 wurden nach offiziellen Angaben von Anfang des Jahres mehr als 1800 Verfahren wegen Präsidentenbeleidigung eröffnet. Die Opposition kritisiert, das Gesetz werde missbraucht, um Kritiker zum Schweigen zu bringen. (dpa)