Unruhen

Bundeswehr fliegt deutsche Bürger aus dem Südsudan aus

Die Bundeswehr bringt Deutsche aus dem Südsudan in Sicherheit. Die Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland in Afrika hält einigermaßen.

Rebellentruppen in der südsudanischen Hauptstadt Juba. Die Lage in dem Land ist trotz einer Waffenruhe weiter sehr gespannt.

Rebellentruppen in der südsudanischen Hauptstadt Juba. Die Lage in dem Land ist trotz einer Waffenruhe weiter sehr gespannt.

Foto: Phillip Dhil / dpa

Berlin/Juba.  Nach den heftigen Kämpfen der vergangenen Tage im Südsudan hat die Bundeswehr damit begonnen, Deutsche aus dem ostafrikanischen Krisenstaat auszufliegen. Die ersten Bundesbürger wurden nach Angaben des Auswärtigen Amts am Mittwoch mit drei Transall-Flugzeugen vom Flughafen der Hauptstadt Juba ins Nachbarland Uganda gebracht. Gegen mögliche Raketenangriffe sind die Maschinen besonders geschützt.

Insgesamt hielten sich zuletzt noch etwa 100 Deutsche im Südsudan auf, die meisten davon Diplomaten und Entwicklungshelfer. Die Bundeswehr will aber auch helfen, andere Europäer in Sicherheit zu bringen. Zu Details wollte sich eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes nicht näher äußern. „Es geht natürlich immer um große Sicherheitsüberlegungen, die hier im Hintergrund stehen“, sagte sie.

270 Tote bei Unruhen

Hintergrund: Kurz vor dem fünften Jahrestag der Unabhängigkeit der jüngsten Nation der Welt waren am Freitag heftige Kämpfe zwischen regulären Streitkräften und ehemaligen Rebellen ausgebrochen. Dabei wurden nach Regierungsangaben in Juba mindestens 270 Menschen getötet. Nach Anordnung einer Waffenruhe durch Präsident Salva Kiir hat sich die Lage inzwischen einigermaßen beruhigt.

Die insgesamt 15 deutschen Militärbeobachter im Südsudan sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Land bleiben. Sieben Bundeswehr-Beobachter sind in der Hauptstadt Juba, acht sind über den Rest des Landes verteilt. Nach offiziellen Angaben wird die Waffenruhe weitgehend respektiert. In Juba waren Läden und Märkte wieder geöffnet. Die Menschen wagten sich nach tagelangen Gefechten wieder auf die Straße. Präsident Kiir forderte Ex-Rebellenführer und Vizepräsident Riek Machar unterdessen zu Gesprächen auf. Machar hatte sich zunächst nicht zu der Waffenruhe geäußert.

Mindestens 36.000 Menschen wurden nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) durch die jüngsten Kämpfe in die Flucht getrieben. Das ostafrikanische Land war Ende 2013 in einen Bürgerkrieg gestürzt. Seither haben Zehntausende Menschen ihr Leben verloren, rund 2,5 Millionen weitere sind nach UN-Angaben auf der Flucht. (dpa)