Privat-Friseur

Hollandes Haare kosten Frankreich rund 10.000 Euro pro Monat

Wenn Frankreichs Präsident Hollande die Haare schön hat, hat das seinen Grund: Frankreich beschäftigt einen Friseur nur für ihn.

Kurz nach seinem Amtsantritt 2012 soll Frankreichs Präsident François Hollande einen Privatfriseur angestellt haben.

Kurz nach seinem Amtsantritt 2012 soll Frankreichs Präsident François Hollande einen Privatfriseur angestellt haben.

Foto: BENOIT TESSIER / REUTERS

Paris.  Als François Hollande im Mai 2012 zum Präsidenten gewählt wurde, waren die Hoffnungen der Franzosen groß: Endlich Bescheidenheit nach den Eskapaden und Skandalen seines Vorgängers Nicolas Sarkozy. Diese Meinung von Hollande könnte sich nach dem Bericht einer französische Zeitung jetzt ändern. Hollande lässt auf Staatskosten einen Privat-Friseur für sich arbeiten, meldet die Zeitung „Le Canard enchaîné“ . Kosten für den französischen Steuerzahler: 9895 Euro – pro Monat. Zum Vergleich: Bundeskanzlerin Angela Merkel bezahlt für ihren Besuch bei Starfriseur Udo Walz für einmal Schneiden und Waschen 65 Euro.

Der Vertrag, der kurz nach dem Einzug von Hollande in den Élysée-Palast mit Coiffeur Oliver B. geschlossen wurde, läuft dem Bericht zufolge fünf Jahre. So lange dauert auch die Amtszeit eines französischen Präsidenten. Geht man davon aus, dass Präsident Hollande auch bis 2017 durchhält, hätte sein Friseur in dieser Zeit mehr als eine halbe Million Euro verdient. Diese Summe dürfte wohl auch den wirtschaftlich angeschlagenen Franzosen angesichts des meist simpel durchgekämmten Haupthaares Hollandes ein Dorn im Auge sein.

Präsidentenpalast hält hohen Lohn für gerechtfertigt

Wohl auch deshalb hat man den Arbeitsvertrag mit einer Verschwiegenheitsklausel ausgestattet. Der Coiffeur soll „während und nach Ablauf des Arbeitsverhältnisses absolutes Stillschweigen über diese Arbeit und Informationen darüber“ halten, berichtet „Le Canard“. Der Élysée-Palast hat den Bericht des Blattes bereits bestätigt und das hohe Gehalt des Friseures verteidigt: Schließlich müsse Oliver B. täglich sehr früh aufstehen und Hollande manchmal sogar mehrmals am Tag die Haare machen, heißt es in einer Mitteilung.

„Le Canard enchaîné“ ist eine satirische Wochenzeitung, aber in der Vergangenheit schon häufiger durch politische Enthüllungen aufgefallen. Das Blatt hatte auch aufgedeckt, dass der frühere Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing sich von dem afrikanischen Diktator Jean-Bédel Bokassa Diamanten hatte schenken lassen.