Wahltrend

AfD sackt weiter ab – Machtkämpfe schrecken Wähler ab

Der interne Streit bei der AfD kommt beim Wahlvolk nicht gut an. Die Umfragewerte sinken. Union und SPD profitieren von dem Trend.

Die Bundesvorsitzende der AfD, Frauke Petry, ist mit ihrer Partei in Machtkämpfe verstrickt. Dies lässt die Zustimmung in der Bevölkerung für die AfD sinken.

Die Bundesvorsitzende der AfD, Frauke Petry, ist mit ihrer Partei in Machtkämpfe verstrickt. Dies lässt die Zustimmung in der Bevölkerung für die AfD sinken.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlin.  Die rechtspopulistische AfD verliert einer Umfrage zufolge an Zustimmung. Die Partei komme nur noch auf acht Prozent, einen Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Wahltrend des Forsa-Instituts im Auftrag von „Stern“ und RTL.

Offenbar machten die persönlichen Machtkämpfe in der AfD die Partei für ihre Wählerschaft unattraktiver, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. „Am Montag und Dienstag der vergangenen Woche wollten sie noch neun Prozent wählen, am Mittwoch und Donnerstag – nach der Spaltung der baden-württembergischen Landtagsfraktion – lediglich acht und am Freitag nur noch sieben Prozent.“

Uneinigkeit über Perspektiven der AfD

In einer weiteren Umfrage untersuchte das Forsa-Institut, wie die Deutschen die internen Auseinandersetzungen in der AfD beurteilen. Insbesondere die beiden Vorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen bekämpfen sich heftig. Zudem hatte der Streit um den Ausschluss eines Abgeordneten, dem Antisemitismus vorgeworfen wird, in der vergangenen Woche zur Spaltung der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion geführt.

Dass die AfD angesichts dieser Intrigen noch eine Zukunft hat, bezweifeln 61 Prozent aller Wahlberechtigten – aber nur 14 Prozent der AfD-Anhänger. 29 Prozent aller Befragten glauben hingegen nicht, dass die AfD wie andere Parteien am rechten Rand in der Bedeutungslosigkeit versinkt – darunter 81 Prozent der Sympathisanten der AfD.

Schon zuvor war die AfD in einer Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ in der Wählergunst abgerutscht. Emnid sieht die Partei demnach aktuell bei zehn Prozent (minus 1) – der niedrigste Stand seit Januar.

Umfrage sieht die Volksparteien im Aufwind

Sozialdemokraten und Union können vom Streit in der AfD offenbar profitieren. Die SPD legt in der Forsa-Umfrage im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte auf 23 Prozent zu, CDU/CSU steigen um einen Punkt auf 36 Prozent. „Immer mehr Wahlberechtigte kehren der AfD den Rücken und wenden sich der SPD oder Union zu“, sagte Güllner. „Den Volksparteiern trauen sie wieder stärker zu, mit den Problemen in Deutschland und Europa fertig zu werden.“ Denn auch bei der politischen Kompetenz können sich sowohl Union als auch SPD um jeweils drei Prozentpunkte verbessern.

Die Grünen büßen in der Umfrage im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt auf zwölf Prozent ein, auch die Linke verliert einen Punkt auf neun Prozent. Die FDP verharrt bei sechs Prozent. (rtr)