Bürgerkrieg

Deutsche sollen aus Südsudan in Sicherheit gebracht werden

Die Kämpfe im Südsudan eskalieren. Die Bundesregierung bereitet sich offenbar darauf vor, bis zu 200 Deutsche außer Landes zu bringen.

Im Südsudan kämpfen Anhänger von Präsident Salva Kiir Mayardit und Vizepräsident Riek Machar Teny Dhurgon um die Vorherrschaft. Allein am Wochenende sollen etwa 270 Menschen in der Hauptstadt Juba getötet worden sein.

Im Südsudan kämpfen Anhänger von Präsident Salva Kiir Mayardit und Vizepräsident Riek Machar Teny Dhurgon um die Vorherrschaft. Allein am Wochenende sollen etwa 270 Menschen in der Hauptstadt Juba getötet worden sein.

Foto: Phillip Dhil / dpa

Berlin.  Angesichts heftiger Kämpfe im Südsudan bereitet sich die Bundesregierung nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ darauf vor, 100 bis 200 Deutsche aus dem Krisengebiet zu bringen. In den vergangenen Tagen sei der Krisenstab der Bundesregierung im Auswärtigen Amt (AA) zur Entwicklung im Südsudan mehrfach zusammengetreten, bestätigte eine AA-Sprecherin am Montagabend.

Die Europäische Union habe angesichts der Kämpfe rivalisierender Militäreinheiten ihre Delegation aus dem Südsudan abgezogen, berichtet die Zeitung weiter. Die Mitarbeiter seien bereits am Sonntagmittag zunächst nach Nairobi ausgeflogen worden, hieß es unter Berufung auf hohe EU-Diplomaten.

270 Tote in drei Tagen

In der südsudanesischen Hauptstadt Juba liefern sich Soldaten der regulären Streitkräfte mit ehemaligen Rebellen seit Tagen Gefechte. Bei den jüngsten Kämpfen, die unmittelbar vor dem fünften Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes am 9. Juli ausbrachen, wurden zwischen Freitag und Sonntag nach Regierungsangaben in Juba etwa 270 Menschen getötet. Bewohner berichteten am Montag von schweren Angriffen mit Artillerie und Handfeuerwaffen sowie Explosionen. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind Tausende Menschen vor den neuen Gewaltausbrüchen geflohen. (dpa)