Umfrage

Viele Europäer fürchten mehr Terror durch Flüchtlingszuzug

Verändert sich durch die vielen Flüchtlinge die Sicherheitslage in Europa? In der EU gehen die Meinungen darüber weit auseinander.

Ein Boot mit Migranten auf dem Mittelmeer, fotografiert von der italienischen Marine. Nach einer Studie des Pew-Instituts verbinden viele Europäer mit dem Zuzug die Sorge vor Terrorismus.

Ein Boot mit Migranten auf dem Mittelmeer, fotografiert von der italienischen Marine. Nach einer Studie des Pew-Instituts verbinden viele Europäer mit dem Zuzug die Sorge vor Terrorismus.

Foto: Marina Militare / Handout / dpa

Washington.  Viele Europäer befürchten einer jüngsten Umfrage zufolge, dass der Flüchtlingszustrom die Terrorgefahr in ihrem Land erhöht. Auch die Sorge, dass Flüchtlinge Arbeitsplätze wegnehmen und zur finanziellen Last werden könnten, ist weit verbreitet, wie aus der am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Erhebung des US-Meinungsforschungsinstituts Pew hervorgeht.

Befragt wurden demnach Bürger in zehn Ländern, darunter Deutschland. In acht davon äußerten Pew zufolge mindestens die Hälfte der Befragten oder mehr die Befürchtung, dass der Flüchtlingszustrom die Wahrscheinlichkeit von Terrorismus erhöhe. Spitzenreiter sei Ungarn mit 76 Prozent, gefolgt von Polen (71) sowie Deutschland und den Niederlanden (je 61 Prozent). Insgesamt, so heißt es in der Studie, gebe es in den Köpfen der Europäer eine „sehr klare Verbindung“ zwischen „der Flüchtlingskrise und der Terrorgefahr“.

  • Ungarn: 76 Prozent
  • Polen: 71 Prozent
  • Niederlande: 61 Prozent
  • Deutschland: 61 Prozent
  • Italien: 60 Prozent
  • Schweden: 57 Prozent
  • Griechenland: 55 Prozent
  • Großbritannien: 52 Prozent
  • Frankreich: 46 Prozent
  • Spanien: 40 Prozent

In fünf der Länder sind laut der Umfrage die Hälfte der Teilnehmer oder mehr besorgt, dass die Flüchtlinge eine wirtschaftliche Belastung darstellen. Am stärksten sei auch diese Sorge in Ungarn ausgeprägt (81 Prozent), danach folgten die Polen (75), die Griechen (72) und die Italiener (65 Prozent). Die Deutschen bilden Pew zufolge hier mit 31 Prozent das Schlusslicht.

Die Studie beschäftigt sich auch mit der Frage, ob sich die Lebensqualität durch den Zuzug von Flüchtlingen verändert. Auch hier gehen die Meinungen weit auseinander. Während etwa in Griechenland 63 Prozent sagen, ihr Land sei durch die Flüchtlinge weniger lebenswert, sind es in Spanien nur 22 Prozent. Deutschland liegt mit 31 Prozent etwa in der Mitte. Am positivsten sehen es die Schweden: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Befragten gaben an, dass ihr Land durch die Flüchtlinge lebenswerter wird. In Deutschland sehen das immerhin 26 Prozent der Menschen so.

Befragt wurden nach Angaben des Instituts mehr als 11.000 Menschen. Die Erhebung habe zwischen Anfang April und Mitte Mai stattgefunden, also vor dem „Brexit“-Referendum in Großbritannien und dem Terroranschlag am Atatürk-Flughafen in Istanbul. (dpa/sdo)