Politik

„Fußgänger sind die potenziell am meisten Gefährdeten“

| Lesedauer: 3 Minuten
Brigitte Schmiemann

Zum Artikel: „Tödliche Radunfälle in Berlin: Polizei plant Großkontrollen“ vom 9. Juli

Warum werden immer die Autofahrer zum Sündenbock gemacht? Die Beachtung der Verkehrsregeln gilt nicht nur für Autofahrer, sondern auch für die Radfahrer. Autofahrer machen Fehler im Verkehr. Das gilt aber auch für die Radfahrer, von denen etliche meinen, die Straßenverkehrsordnung gilt für sie nicht. Vielleicht sollte sich die Polizei mal eine Woche nur um die Radler und ihr Verkehrsverhalten kümmern. Die Forderung der Radler nach mehr Radwegen, finde ich gut, aber dann sollen sie sie auch benutzen. Ich möchte betonen, ich bin kein Autofahrer, sondern Fußgänger und habe oft genug in der letzten Zeit mit Radfahrern zu tun gehabt, die gültige Verkehrsregeln nicht beachten. Dass Radfahrer verunglücken, ist sehr bedauerlich, aber nicht immer ist der Autofahrer schuld.

Peter Setzermann, per E-Mail

Wann beginnt der Schutz für Fußgänger vor Radfahrern? Die Radfahrer denken, ihnen gehören die Straße und auch der Bürgersteig. Ich bin der Meinung, dass sich die Radfahrer noch rücksichtsloser benehmen seitdem so viel über sie geschrieben wird. Radfahrer sollten auch Nummernschilder haben. Sollten Radwege da sein und Radfahrer benutzen diese nicht, sollten Bußgelder verhängt werden und auch Punkte in Flensburg.

Marianne Girbig, Moabit

Radfahrer und ihre Lobby fordern vom Senat mehr für die Radfahrer zu tun, die Radfahrwege auszubauen und die gesamte Infrastruktur mehr auf sie auszurichten. Die Polizei richtet in einer Schwerpunktaktion ihr Hauptaugenmerk auf den Schutz von Radfahrern im Straßenverkehr. Alles gut und richtig.

Aber ein mindestens ebenso großes Problem sind die Radfahrer selbst. Da Fußgänger leider keine Lobby haben, sind sie die potenziell am meisten Gefährdeten. Aber es wird nie zum Thema gemacht. Radfahrer, wenn auch nicht alle, aber ein großer Teil, fahren auf Bürgersteigen – obwohl verboten – selbst wenn es daneben Radwege gibt. Sie fahren in Parks, obwohl dies ein Schild im Eingang verbietet. Wenn man einen vorbeifahrenden Radfahrer darauf hinweist, wird man ignoriert, bekommt den Stinkefinger gezeigt oder ein lautes „halts Maul“ gerufen. In einigen Fällen wurden mir schon Prügel angeboten.

Helmut Meinicke, per E-Mail

Bei „Ballerspielen“ unbedingt die Altersgrenze einhalten

Zum Artikel: „Der Terror geht live“ vom 10. Juli

Der Meinung des Autors, dass die mediale Aufmerksamkeit dazu beiträgt, dass Taten wie die in Dallas passieren, stimme ich absolut zu. Bei der Motivsuche für diese Taten sollten wir vielleicht einfach mal in die Zimmer und die Computer dieser überwiegend männlichen Täter schauen. Stehen da vielleicht eine Spielekonsole und eine Kollektion von „Ballerspielen“? Es war hartes Tagesgeschäft von mir, bei meinem Sohn durchzusetzen, dass bei diesen – bei Jungs üblichen „Spielen“ – die Altersbegrenzung eingehalten wird, und leidvoll musste ich zusehen, dass sich mit jedem Erreichen der nächsten Altersstufe die Spirale und die Wucht der aktiv mitgespielten Gewalt nach oben drehte. Bei Kindern und Jugendlichen, deren Eltern nicht peinlich auf eine zeitliche Begrenzung des Konsums dieser gewaltverherrlichenden und verrohenden Darstellungen achten, stellt sich auf die Dauer ein Realitätsverlust ein. Verbunden mit einer empfundenen Perspektivlosigkeit für das eigene Leben, einer lieblosen Umwelt und einer idealistischen Verbrämung, ist es für sie kein zu hoher Preis, das eigene Leben zu lassen und das vieler anderer mit sich zu nehmen.

Susanne Ermeler, Charlottenburg

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