Rücktritt

David Cameron macht am Mittwoch Platz für Theresa May

David Cameron tritt schon Mittwoch als britischer Premier zurück. Seine designierte Nachfolgerin stellt klar: Es bleibt beim Brexit.

Der britische Premierminister David Cameron in Westminster.

Der britische Premierminister David Cameron in Westminster.

Foto: PETER NICHOLLS / REUTERS

London.  In Großbritannien steht nun doch ein schneller Regierungswechsel an. Der britische Premierminister David Cameron tritt am Mittwoch zurück. Dann werde Innenministerin Theresa May (59) das Amt übernehmen, kündigte Cameron am Montag in London an.

May wird somit als künftige Regierungschefin die Austrittsverhandlungen mit der EU führen. Ihr Kurs dabei ist klar: „Brexit ist Brexit“, betonte May am Montagabend in einer kurzen Rede und erteilte allen Bestrebungen nach einem zweiten EU-Referendum eine Absage: „Wir werden ein besseres Britannien bauen.“ Es komme darauf an, „eine neue Rolle für uns in der Welt zu finden“, so May.

May war zuvor am Montag offiziell zur Parteichefin der Konservativen Partei ernannt worden. Das teilte der Vorsitzende des zuständigen Tory-Komitees, Graham Brady, mit. Damit ist der Führungskonflikt bei den Konservativen beigelegt, der nach dem Brexit-Referendum am 23. Juni ausgebrochen war. Cameron hatte ursprünglich seinen Abgang für September oder Oktober avisiert. May wird nun aller Voraussicht nach am Mittwoch die zweite Premierministerin Großbritanniens nach Margaret Thatcher.

Der rasche Wechsel von Cameron zu May wurde möglich, nachdem Mays Konkurrentin im Rennen um das Amt als Regierungschef, Energie-Staatssekretärin Angela Leadsom, am Montagmorgen überraschend ihren Verzicht angekündigt hatte. May und Leadsom hatten vergangene Woche eigentlich angekündigt, bei einer Urabstimmung der Parteibasis anzutreten.

Theresa May gegen zweites Referendum

Leadsom sagte am Montag aber, May sei am besten geeignet, die Brexit-Verhandlungen mit der Europäischen Union zu führen. Was sie selbst angehe, so habe sie nicht den Eindruck, dass es für sie ausreichend Unterstützung gebe, um eine stabile Regierung zu führen, fügte Leadsom hinzu. Zuvor hatte bereits der Londoner Ex-Bürgermeister Boris Johnson den Verzicht auf eine Bewerbung als Premierminister erklärt. Johnson war eine Galionsfigur der Brexit-Bewegung, nach dem Votum jedoch stark in die Kritik geraten. (dpa/rtr)