Tebartz-Nachfolge

Neuer Limburger Bischof Bätzing: „Ein richtiger Schock“

Das Bistum Limburg hat wieder einen Bischof: Der Trierer Georg Bätzing wird Nachfolger des umstrittenen Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Georg Bätzing war bisher Bischöflicher Generalvikar in Trier.

Georg Bätzing war bisher Bischöflicher Generalvikar in Trier.

Foto: Birgit Reichert / dpa

Limburg.  Der Trierer Generalvikar Georg Bätzing (55) wird neuer Limburger Bischof. Das gaben der Vatikan und das Bistum Limburg zeitgleich am Freitagmittag bekannt. Damit endet die mehr als zweijährige Vakanz nach dem Rücktritt von Franz-Peter Tebartz-van Elst, der massiv in die Kritik geraten war.

Tebartz-van Elst hatte wegen der Kostenexplosion an der rund 31 Millionen Euro teuren Residenz sowie Kritik an seinem Führungsstil sein Amt verloren. Dafür muss Tebartz-van Elst aber keine Wiedergutmachung leisten, der Vatikan entschied sich gegen ein entsprechendes kirchenrechtliches Verfahren. Die Affäre hatte eine heftige Debatte über die finanzielle Ausstattung der katholischen Kirche ausgelöst.

Mittlerweile hat Tebartz-van Elst einen Posten im Vatikan, er wurde Delegat im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung in Rom. Er war im März 2014 abberufen worden. Seitdem hatte das Bistum Limburg keinen Bischof. Der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe leitete bisher als Apostolischer Administrator das Bistum.

Bätzing ist erfahrener Bistums-Manager

Der neue Bischof steht gerne an der Spitze. Gut dreieinhalb Jahre lang war Georg Bätzing als Generalvikar neben Bischof Stephan Ackermann der wichtigste Mann im Bistum Trier. Er steuerte die Diözese mit seinen gut 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland beharrlich mit einem millionenschweren Sparpaket durch schwierige Zeiten. Und bewies dabei immer wieder Weitblick: Jüngst hat der gebürtige Westerwälder bei der ersten Synode der katholischen Kirche in Deutschland seit mehr als 25 Jahren in Trier den künftigen Kurs des Bistums mit festgelegt. Nun soll er als Oberhirte von Limburg seine Führungsqualitäten beweisen.

An der Spitze stand Bätzing schon vor seinem Job als Verwaltungschef des Bistums mehrfach: 2012 leitete er die Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier, die rund 550.000 Pilger anlockte. Als ein „Weltereignis“ hatte Bätzing die Festzeit damals bezeichnet, bei der die Tuch-Reliquie des angeblichen Gewandes von Jesus Christus im Trierer Dom gefeiert wurde.

Der neue Mann will „alles geben“

Bätzing ist nach eigenen Angaben über seine Berufung nach Limburg „erschrocken“ gewesen. Er bat am Freitag die Limburger Gläubigen darum, ihn als Bischof anzunehmen. „Ich habe zwar immer gehofft, gewünscht und auch gebetet: Gib den guten Limburgern einen guten Bischof, die haben das verdient. Ich habe nur nie daran gedacht, dass ich das sein würde. Und das war ein richtiger Schock.“

„Ich hoffe wirklich, dass ich auch des Vertrauens würdig bin, das man in mich legt“, sagte Bätzing. „Ich will alles geben und hoffe, dass die Menschen das dort (in Limburg) auch erleben können.“

Ein Bischof mit guten Kontakten zur Politik

Von 1996 bis 2010 war er als Leiter des Priesterseminars für die Priesterausbildung im Bistum Trier zuständig. In dieser Zeit (2005) wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Monsignore ernannt. Bätzing gilt als ungemein beliebter Priester im Bistum Trier. Ob vor oder in dem Dom: Er hat immer ein offenes Ohr für Menschen, die mit ihm reden möchten - und ein äußerst gewinnendes Lachen.

Das dürfte gerade in Limburg gefragt sein. Sein dortiger Vorgänger, Franz-Peter Tebartz-van Elst, stand wegen seines als autoritär empfundenen Führungsstils heftig in der Kritik. Bätzings Aufgabe wird es nun sein, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Der neue Limburger Bischof hat auch einen kurzen Draht zur Politik, zumindest ins rheinland-pfälzische Sozialministerium. Dort ist seine Cousine Ministerin: Sabine Bätzing-Lichtenthäler gratulierte bei Twitter schon kurz vor der offiziellen Bekanntgabe.

Im Februar hatte das Bistum Limburg mitgeteilt, dass das Domkapitel eine Kandidatenliste für das Bischofsamt an den Apostolischen Nuntius in Berlin geschickt hatte. Der Papst, der sich nicht an den Vorschlägen orientieren musste, schickte den Limburgern die Namen von drei Kandidaten. Aus diesen wählte das Domkapitel den neuen Bischof. (dpa/epd/W.B.)