UN-Resolution

Vereinte Nationen wollen Homosexuelle besser schützen

Ein UN-Experte soll bald weltweit die Rechte von Homosexuellen stärken. Doch einige UN-Mitgliedsländer kritisieren dieses Engagement.

Teilnehmer der „Pride Week“ im Juni 2016 in Istanbul: Die türkische Polizei beendete die Lesben- und Schwulenparade auf die brutale Art – mit Tränengas. Die Vereinten Nationen wollen die Benachteiligung von Homosexuellen besser bekämpfen.

Teilnehmer der „Pride Week“ im Juni 2016 in Istanbul: Die türkische Polizei beendete die Lesben- und Schwulenparade auf die brutale Art – mit Tränengas. Die Vereinten Nationen wollen die Benachteiligung von Homosexuellen besser bekämpfen.

Foto: Tolga Bozoglu / dpa

Genf.  Die Vereinten Nationen wollen Homosexuelle besser vor Diskriminierung und Gewalt schützen. Der UN-Menschenrechtsrat schuf am Donnerstagabend in Genf das Amt eines unabhängigen Experten, der die Einhaltung der Rechte sexueller Minderheiten überwachen soll. Das Gremium reagierte damit auf Angriffe wie den Terroranschlag auf einen Schwulen-Nachtclub in Orlando Mitte Juni. Dabei hatte ein 29-jähriger US-Bürger mit afghanischen Eltern in einem Club für Homosexuelle in Florida 49 Menschen getötet.

Der UN-Experte soll untersuchen, wie Staaten weltweit Menschen vor Gewalt oder Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Identität schützen können. Der Experte soll auch mit Regierungen zusammenarbeiten, um die Rechte von lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen Menschen (LGBT) zu stärken und Hass auf sie zu bekämpfen.

Mehrere Länder wollten die Resolution verhindern

Vertreter Saudi-Arabiens, Russlands und mehrerer Länder Afrikas und Asiens versuchten vergeblich, die Resolution zu verhindern. Sie argumentierten, die Resolution sei unvereinbar mit Werten ihrer Länder. „Sie fördern Verhaltensmuster, die unsere Religion verbietet“, warf der saudische Botschafter Faisal Bin Hassan Trad den Befürwortern vor.

Die Gender-Expertenrolle gefordert hatten mehrere lateinamerikanische Länder. Unterstützung fanden sie besonders bei westlichen Ländern, darunter Deutschland und die USA. Insgesamt stimmten 23 Mitgliedsländer des Rates für die Einsetzung des Experten mit einer Amtszeit von drei Jahren. Dagegen stimmten 18 Länder, sechs Staaten enthielten sich.

Wer den Posten übernimmt, sollte später entschieden werden. (dpa/epd)