Terror

27 Polizisten sterben bei Taliban-Anschlag in Kabul

Zwei Selbstmordattentäter haben in Kabul 27 Polizisten umgebracht. Der blutige Anschlag reiht sich ein in tägliche Taliban-Angriffe.

In diesem Bus sollen die Polizeikadetten unterwegs gewesen sein, als sie Opfer eines Taliban-Anschlags wurden.

In diesem Bus sollen die Polizeikadetten unterwegs gewesen sein, als sie Opfer eines Taliban-Anschlags wurden.

Foto: Hedayatullah Amid / dpa

Kabul.  Bei einem Anschlag der radikalislamischen Taliban auf einen Polizeikonvoi sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul 27 Polizeikadetten getötet worden. Das bestätigte der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, am Donnerstagmittag. 40 Menschen seien zudem verletzt worden. Mindestens 23 Verwundete seien in Kabuler Krankenhäuser gebracht worden, sagte deren Verwaltungsleiter Muhibullah Sir.

Laut Innenministerium waren zwei Selbstmordattentäter an dem Anschlag beteiligt, einer zu Fuß, einer in einem Auto. Augenzeugen berichteten von zwei Explosionen. Die zweite Explosion soll erfolgt sein, nachdem Polizei und Rettungskräfte eingetroffen waren.

Wieviele Polizeifahrzeuge betroffen waren, blieb zunächst unklar. Der Sender Tolo TV zeigte mehrere Reisebusse. Laut einer Quelle kamen die Kadetten aus der Provinz Wardak und waren vor den Eid-Feiertagen auf dem Weg in die Ferien. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag per Kurznachrichtendienst Twitter und gaben an, 27 Menschen getötet zu haben.

Fast täglich Angriffe auf Fahrzeuge der Sicherheitsbehörden

Fahrzeuge von Polizei, Militär und Regierung werden landesweit mittlerweile fast täglich angegriffen. Die Anschläge sind Teil einer von den Taliban mit Beginn ihrer Frühjahrsoffensive verkündeten Taktik zur Zermürbung der Streitkräfte und Regierung.

Erst vor zehn Tagen waren bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf einen Bus mit nepalesischen Wachmännern der kanadischen Botschaft 15 Menschen getötet worden. (dpa)