Handelsabkommen

EU-Kommission will Parlamente bei Ceta nicht mitreden lassen

Ceta nur als Brüsseler Thema? Die EU-Kommission will das Abkommen mit Kanada ohne Beteiligung der nationalen Parlamente verabschieden.

Gegner der umstrittenen Freihandelsabkommens bei einer Demo während des Katholikentages in Leipzig. Kritiker werden sich nun bestätigt sehen: Die Kommission will bei Ceta die Länderparlamente nicht beteiligen.

Gegner der umstrittenen Freihandelsabkommens bei einer Demo während des Katholikentages in Leipzig. Kritiker werden sich nun bestätigt sehen: Die Kommission will bei Ceta die Länderparlamente nicht beteiligen.

Foto: Jan Woitas / dpa

Brüssel.  Die Parlamente der europäischen Staaten sollen nach dem Willen der EU-Kommission nicht an der Entscheidung über das ausgehandelte Freihandelsabkommen mit Kanada (Ceta) beteiligt werden. Dies teilte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker beim Brüsseler Gipfel den 28 Staats- und Regierungschefs mit, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag erfuhr.

Mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, hatten sich zuletzt dagegen ausgesprochen, Ceta als reines EU-Abkommen einzustufen und nach dem normalen EU-Gesetzgebungsverfahren zu behandeln. Denn dies würde dazu führen, dass an der Ratifizierung zwar das EU-Parlament beteiligt würde, dass nationale Parlamente wie der Bundestag aber nicht abstimmen könnten. In Berlin wird dies jedoch wegen der kritischen Öffentlichkeit für unverzichtbar gehalten.

In Brüssel besteht seit längerem die Sorge, dass Parlamente einzelner Staaten die Weiterentwicklung der europäischen Handelspolitik blockieren könnten. Die Zukunft des bereits ausgehandelten Abkommens ist damit offen. Die EU-Staaten könnten nun einstimmig festlegen, dass sie der Meinung der Kommission nicht folgen wollen. Es ist denkbar, dass die Verabschiedung des Abkommens auf unbestimmte Zeit blockiert wird. (dpa)