Polizeieinsatz

Terroralarm in Brüssel: Verdächtiger gilt als labil

Nach dem Bombenalarm in Brüssel werden neue Details über den Verdächtigen bekannt. Er soll psychisch labil und polizeibekannt sein.

Die Polizei hatte nach dem Bombenalarm die Gegend um das Einkaufszentrum abgesperrt.

Die Polizei hatte nach dem Bombenalarm die Gegend um das Einkaufszentrum abgesperrt.

Foto: Olivier Hoslet / dpa

Brüssel.  Entwarnung in Brüssel: Nach dem Terroralarm am Dienstagmorgen in der belgischen Hauptstadt hat sich die Lage entspannt. In dem Einkaufszentrum City 2 sei keine Bombe gefunden worden, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Morgen unter Berufung auf Justizkreise. Zuvor hatte ein Mann in dem Einkaufszentrum behauptet, einen angeblichen Sprengstoffgürtel zu tragen. Dabei handelte es sich aber um eine Attrappe.

Die Zeitung „Le Soir“ teilte auf Twitter ein Foto, auf dem der mutmaßliche Täter und seine Sprengstoffgürtel-Attrappe zu sehen sein sollen. Laut der belgischen Zeitung „Het Nieuwsblad“ befanden sich in der Attrappe Kekse und Salz. Die Staatsanwaltschaft hat das bestätigt.

Derweil werden immer neue Details über den Verdächtigen J.B. bekannt. Wie „Het Nieuwsblad“ schreibt, soll es sich um einen 26-jährigen Mann handeln. Die Behörden beschreiben ihn als „psychisch labil“. Laut dem Brüsseler Bürgermeister Yvan Mayeur sei J.B. polizeibekannt. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft sagte, der Verdächtige habe erst kürzlich die Polizei kontaktiert und erklärt, dass er angesprochen worden sei, um sich dem Islamischen Staat (IS) in Syrien anzuschließen. Die Behörden hatten daraufhin eine Untersuchung eingeleitet und mehrere Personen verhört. Seine Aussagen hätten aber weder bestätigt noch widerlegt werden können.

Der Verdächtige soll sich nach seiner Festnahme laut der belgischen Zeitung selbst als Entführungsopfer bezeichnet haben. Demnach sagte er der Staatsanwaltschaft, er sei gezwungen worden, sich den angeblichen Sprengstoffgürtel anzulegen und sei vor dem Einkaufszentrum abgesetzt worden. Das Fahrzeug, mit dem er angeblich entführt worden sei, wurde inzwischen in der Brüsseler Gemeinde Schaarbeeck gefunden. Der Besitzer solle nun verhört werden, so die Behörden.

Bombendrohung ging Dienstagfrüh bei Polizei ein

Der Mann soll sich nach ersten Angaben der Ermittler am Dienstagmorgen um 5.30 Uhr bei der Polizei gemeldet haben. Bei dem Gespräch habe er behauptet, einen Sprengstoffgürtel zu tragen.

Daraufhin wurde Großalarm ausgelöst und der Verdächtige festgenommen. Die Behörden stellten dann fest, dass er eine Sprengstoffgürtel-Attrappe bei sich trug.Die Absperrungen rund um das Einkaufszentrum wurden am Vormittag wieder abgebaut.

Ein nationaler Krisenstab war wegen des Vorfalls zusammengekommen. An dem Treffen nahm auch Premierminister Charles Michel teil. Nach dem Treffen teilte er mit, dass die Situation unter Kontrolle sei, die Sicherheitsbehörden würden aber weiterhin extrem wachsam sein. Die aktuelle Warnstufe bleibe auf Stufe drei. (jha/dpa/rtr)