Politik

„Pauschale Verurteilung der Radfahrer ist ärgerlich“

Zum Artikel: „Mehrheit der Berliner unterstützt Volksbegehren für mehr Radwege“ vom 18. Juni

Die Berliner sind vernünftiger als ich dachte – auch die Autofahrer. Jeder Rad- und ÖPNV-Fahrer entlastet die Straßen und baut Staus vor. Was mich ärgert, ist die pauschale Abqualifizierung der Radfahrer durch Autofahrer als rücksichtslos und der Vorwurf, die Radler würden die vorhandenen Radwege nicht nutzen. Viele Radwege wurden als solche aufgegeben, weil sie in unbefahrbarem Zustand sind. Dann besteht auch keine Nutzungspflicht mehr, und das Radweg-Schild wurde entfernt. Das kapieren aber viele Autofahrer nicht.

Holger Lührsen, Kreuzberg

Die Kennzeichnung von Fahrrädern im öffentlichen Straßenverkehr wäre richtig, aber man sollte einen Schritt weitergehen. Die Verbreiterung und der Neubau von Radwegen ist eine Rieseninvestition. Daher sollten sich die Radfahrer mit einer Steuer pro Fahrrad, welches sich auf öffentlichen Straßen bewegt, an den Kosten beteiligen. Genau wie mit den Autofahrern verfahren wird. Aber die Radfahrer wollen natürlich alles geschenkt bekommen. So ist das Fordern von Radwegen natürlich leicht.

Jürgen Stotzka, Velten

Endlich liegt der Baustadtrat von Mitte mal richtig

Zum Artikel: „Feiern statt Fahren“
vom 18. Juni

Immer wieder zeigt sich, dass Stadtrat Spallek im Bezirk Berlin-Mitte unfähig ist, sein Ressort auszufüllen. Doch diesmal haben seine Aussagen Gewicht, speziell beim Thema Fanmeile („Die Fanmeile – absolut unstrittig“). Ansonsten sind aber seine Handlungen nicht nachzuvollziehen: Er hat sich vergaloppiert beim Magnus-Haus Berlin (Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Physikalischen Gesellschaft), dann bei dem Thema Tramhaltestelle vor dem Hauptbahnhof oder als es um die Grünanlage im Köllnischen Park ging. Danach sträubte er sich gegen einen Platz der Kinderrechte – eine Initiative der Unicef. Okay, diesmal hat er Recht, aber dieser Mann ist in der Regel polarisierend, und was viel schlimmer ist: Er ist meist nicht zum Handeln fähig.

Mehmûd Öcalan, Wedding

Jerome Boateng, lass dir nicht den Mund verbieten

Zum Artikel: „‚So kommen wir nicht weit‘“ vom 17. Juni

Nicht nur, dass Jerome Boateng ein außergewöhnlicher Fußballspieler ist, er hat auch den Mut, nach dem Spiel dieses Statement abzugeben, welches vermutlich einigen nicht gefallen haben dürfte. Ich habe bei ihm noch nie ein Spiel gesehen, in dem er nicht eine Spitzenleistung geboten hat. Außerdem muss er Mesut Özil mal klarmachen, dass der in Frankreich nicht im Urlaub ist, sondern endlich Leistung abliefern muss. Jerome Boateng weiter so, lass dir nicht den Mund verbieten!

Dieter Foerster, per E-Mail

Wo bleibt die Verantwortung der Opern-Intendanz?

Zum Artikel: „Wenn sich ein Regisseur nicht auf die Bühne wagt“ vom 19. Juni

Was unter dem Titel „Die Entführung aus dem Serail“ über die Bühne der Deutschen Oper ging, hat mit dem Wesensgehalt von Mozarts Werk kaum etwas zu tun. Wir erleiden absurde, zum Teil höchst peinliche Obsessionen des Regisseurs Garcia, das Ganze handwerklich meist unter Klamottenniveau, mit albernen, handlungskontraproduktiven Videosequenzen und „Dialogen“, die aus absurden, vorwiegend dem Vulgärvokabular entlehnten Wortketten bestehen. Was die Regie betrifft, kann man Garcia nur – um ihn selbst zu zitieren – herzlich „fuck off“ zurufen. Es stellt sich die Frage nach der Verantwortung der Intendanz bei der Auswahl der Regisseure.

Werner Müller-Redlich, Marienfelde