US-Präsidentschaftswahl

Schlechte Umfragen: Donald Trump feuert Wahlkampfmanager

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Dirk Hautkapp
Donald Trump hat sich mitten im Präsidentschaftswahlkampf von einem engen Mitarbeiter getrennt.

Donald Trump hat sich mitten im Präsidentschaftswahlkampf von einem engen Mitarbeiter getrennt.

Foto: DAVID BECKER / REUTERS

Donald Trump reagiert auf seine schlechten Umfragewerte. Der Präsidentschaftsbewerber feuert seinen Wahlkampfmanager Corey Lewandowski.

New York.  Erst schwor er ihm Treue und Solidarität, jetzt hat US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump seinen engsten Mitarbeiter abserviert. Miserable Umfragewerte und wachsender Widerstand in der republikanischen Partei sind offenbar die Gründe für das Bauernopfer.

„Ich kann nicht einfach danebenstehen und zuschauen, wie das Leben eines Mannes zerstört wird.“ Mit diesem Satz stellte sich Donald Trump erst Ende März vor laufender Kamera pathetisch vor seinen damals der Körperverletzung beschuldigten Wahlkampfmanager Corey Lewandowski. Der 43-Jährige soll eine Reporterin rüde am Arm gepackt und zu Boden gebracht haben.

Rauswurf kommt ohne Erklärung

Trump gab dem in Auftreten und Statur an einen Elitesoldaten erinnernden Mann aus Neu-England, der damals kurzzeitig verhaftet worden war, komplette Rückendeckung: „Ich lasse Menschen nicht fallen.“

Rund drei Monate später hat sich der Wind gedreht. Ohne nähere Begründung setzte Trump am Montag seinem bis heute hundertprozentig loyal ergebenen und engsten Mitarbeiter den Stuhl vor die Tür. „Wir bedanken uns für die harte Arbeit und wünschen Corey für die Zukunft alles Gute“, hieß es in einer dürren Presseerklärung. Nachfragen blieben unbeantwortet.

Über einen Abgang des langjährigen republikanischen Parteistrategen wurde in US-Medien jedoch schon seit längerem spekuliert. Spätestens als Trump im Frühjahr den umstrittenen Wahlkampf-Manager Paul Manafort an Bord holte, der für republikanische Präsidenten wie Ronald Reagan und George Bush aber auch für den philippinische Machthaber Ferdinand Marcos und den somalischen Diktator Siad Barre gearbeitet hat, war die Konfrontation programmiert.

Er galt als Mann fürs Grobe

Lewandowski ist im Heer der US-Journalisten, die Trump seit einem Jahr auf Schritt und Tritt verfolgen, als pampig, rabiat und Mann fürs Grobe bekannt. Er rühmte sich, den Kandidaten möglichst naturbelassen auftreten zu lassen. „Wenn man ein so talentiertes Rennpferd hat“, sagte er in Interviews über Trump, „dann muss man es einfach laufen lassen.“

Manafort dagegen sah (und sieht) in den fortgesetzten Beleidigungen und Schimpfkanonaden Trumps ein latentes Hindernis für die Präsidentenwahl am 8. November. Gerade in den vergangenen drei Wochen leistete sich der New Yorker Bau-Milliardär so viele Fehltritte, allen voran sein jedes Mitgefühl ausblendende Gebaren nach dem Massaker in Orlando, dass seine Umfragewerte stark absackten und weite Teile des republikanischen Partei-Establishments auf Distanz gingen.

Lewandowski Rauswurf trägt die klaren Züge eines „Bauernopfers“. Vor allem Trumps weit verzweigte Familie, die bei Wahlkampfauftritten oft mit auf der Bühne steht, habe den Rauswurf Lewandowski betrieben, heißt es aus informierten Kreisen. Tenor: Der Mann beschädigt den Kandidaten. Dass Trump seinem „treuen Eckehard“ jetzt den Laufpass gibt, zeigt, wie groß die Nervosität im Lager des weithin unbeliebten Präsidentschaftskandidaten ist.

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