Orlando

Präsident Barack Obama trauert mit Familien in Orlando

Nach dem Attentat besuchte Barack Obama Orlando, um mit den Familien zu trauern. Er forderte neue Gesetze, um Massaker zu verhindern.

Barack Obama und Vize-Präsident Joe Biden in Orlando.

Barack Obama und Vize-Präsident Joe Biden in Orlando.

Foto: CARLOS BARRIA / REUTERS

Orlando.  Es ist der alptraumhafte Fortsetzungsroman seiner Präsidentschaft: Zum zehnten Mal seit Amtsantritt 2009 hat US-Präsident Barack Obama gestern im Gefolge von spektakulären Gewalttaten die Rolle des Trösters-In-Chief übernommen.

In Orlando im Bundesstaat Florida, wo am vergangenen Wochenende 49 Menschen in einem vor allem von Homosexuellen besuchten Nachtklub von dem 29-jährigen Omar Mateen erschossen und über 50 weitere schwer verletzt worden waren, sprach Obama mit Angehörigen der Opfer. „Ich habe trauernde Familien umarmt“, sagte Obama nach einer Kranzniederlegung an einer improvisierten Gedenkstätte in der Innenstadt, „und sie haben mich gefragt, warum so etwas immer wieder passiert.“

Obama bedankte sich bei übermüdeten Ärzten, die noch immer sechs Patienten in kritischem Zustand betreuen, und den vielen Erste-Hilfe-Kräften. Er beschwor die Notwendigkeit des Zusammenstehens in schwieriger Zeit. Und er wandte wie schon nach den Tragödien von Newtown, Aurora, Charleston, San Bernardino und all den anderen Orten, die sich auf der Landkarte des Grauens eingetragen haben, mit einer Botschaft an den Kongress: „Wenn wir nicht handeln, werden wir weitere Massaker haben“.

Trauerarbeit als „schreckliche Routine“

Ohne neue Gesetze werde es „Terroristen oder psychisch gestörten Menschen leicht gemacht, auf legale Weise machtvolle Waffen zu erwerben“. Obama betonte, dass Angehörige der Opfer den politischen Streit darüber in Washington leid seien. „Wer den einfach Zugang zu Sturmgewehren verteidigt“, erklärte der Präsident, „der sollte diese Familien hier in Orlando treffen.“

Obamas öffentliche Trauerarbeit nach so genannten „mass shootings“ ist eine „schreckliche Routine“ geworden, wie der Präsident sagte. Einschränkungen des in der Verfassung geschützten Rechts auf Waffenbesitz sind bisher jedes Mal an der Politik und der Waffen-Lobby NRA gescheitert. Dass der demokratische Senator Chris Murphy jetzt durch eine 15-stündige Marathon-Rede erreicht hat, dass über eine neue Initiative abgestimmt wird, begrüßte Obama ausdrücklich, Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Menschen, die auf einer Terror- oder Flugverbotsliste geführt werden, der Kauf von Waffen verboten wird.