Migration

Flüchtlinge suchen ihr Glück weiter auf der Balkanroute

Auf der Balkanroute sind wieder mehr Flüchtlinge unterwegs. Ein Lager an der serbisch-ungarischen Grenze wird „Little Idomeni“ genannt.

Mohammed ist extra aus London gekommen: Helfer bringen Spielzeug und Kleidung für Flüchtlinge in Serbien.

Mohammed ist extra aus London gekommen: Helfer bringen Spielzeug und Kleidung für Flüchtlinge in Serbien.

Foto: Christian Unger

Das Flüchtlingslager in Idomeni ist geräumt, der Pakt mit der Türkei soll Menschen von der gefährlichen Flucht nach Europa abhalten. Und die Balkanroute ist dicht. Heißt es jedenfalls. Doch noch immer sind etliche Syrer, Iraker, Afghanen und manche Iraner und Palästinenser auf dem Weg von Griechenland in Richtung Westeuropa, die meisten wollen nach Deutschland.

Zahlen schwer zu schätzen

In den Schlagzeilen ist kaum noch etwas zu lesen von den Geflüchteten auf der Balkanroute, dabei könnten es einige Tausend sein. Genaue Zahlen sind schwer zu ermitteln, denn viele von ihnen versuchen es illegal – auf eigene Faust oder mit Hilfe von Schleusern. Denn die Grenzen sind für sie geschlossen, Übergänge und Zäune werden streng bewacht.

„Little Idomeni“ nennen manche das Camp im Norden Serbiens, nahe dem kleinen Ort Kelebija, direkt an der Grenze zu Ungarn. 300 Menschen harren hier aus, viele seit Tagen, einige sind schon zwei Wochen hier. Igluzelte stehen dicht an dicht, zugehängt mit Decken als Schutz gegen die Sommersonne. Es gibt drei Dixi-Klos, aber keine Duschen oder Waschbecken. Organisationen versorgen die Flüchtlinge mit Essen und Trinken, Ärzte untersuchen die Kinder und Schwangeren. Vor allem Familien leben hier, sie wollen zu ihren Verwandten, von denen viele schon vor einiger Zeit nach Europa geflohen sind.

Organisationen und Länder registrieren Anstieg

Organisationen wie UNHCR, aber auch die Regierungen von Ungarn und Österreich sehen, wie die Balkanroute weiterhin von Menschen aus Kriegen und Krisengebieten genutzt wird – trotz der Grenzzäune. Und sie registrieren mehr Flüchtlinge in den vergangenen Wochen. Die ungarische Regierung verstärkte die Kontrollen an der Grenze zu Serbien, auch Österreich fährt Soldaten und Grenzpolizei auf.

Unsere Redaktion will wissen: Wie sieht es auf der Balkanroute aus? Wer flieht? Wie leben sie? Welche Ziele haben sie? Und wie reagieren die Länder auf den weiterhin genutzten Fluchtweg?

Unser Reporter Christian Unger ist vor Ort, er besucht die Flüchtlingslager an der Grenze von Serbien zu Ungarn und schaut sich Camps in Belgrad an, der Stadt, von der aus viele Flüchtlinge ihre Weiterreise organisieren. Seine Eindrücke wird er in einem großen Bericht zusammenfassen, auf Twitter berichtet er von unterwegs immer wieder.