Attentat

Anschlag in Tel Aviv: Israel verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Mindestens vier Menschen sind am Mittwoch bei einem Anschlag in Tel Aviv getötet worden. Israel verstärkt jetzt seine Polizeipräsenz.

Nach dem Anschlag mit vier Toten in Tel Aviv verstärkt Israel seine Präsenz von Sicherheitskräften auf den Straßen.

Nach dem Anschlag mit vier Toten in Tel Aviv verstärkt Israel seine Präsenz von Sicherheitskräften auf den Straßen.

Foto: Lior Mizrahi / Getty Images

Tel Aviv.  Zwei palästinensische Attentäter haben am Mittwochabend in einem belebten Freizeitpark im Zentrum Tel Avivs vier Israelis erschossen. Sechs weitere Besucher des ehemaligen deutschen Templerdorfs Sarona wurden bei dem Anschlag verletzt. Zunächst berichteten die Behörden von drei Tote, am späten Abend starb eine Frau im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen. Sicherheitskräfte fassten die Attentäter, einer davon wurde dabei verletzt.

Israels Polizei verstärkte nach dem Anschlag die Sicherheitsmaßnahmen in der Küstenmetropole verschärft. Im Großraum Tel Aviv sei die Polizeipräsenz vor allem im Bereich von Schulen und Kindergärten verstärkt worden, berichteten israelische Medien am Donnerstag. Außerdem hob Israel Erleichterungen für Zehntausende Palästinenser zum muslimischen Fastenmonat Ramadan wieder auf. Erteilte Genehmigungen für Palästinenser zum Gebet auf dem Tempelberg wurden eingefroren.

Attentäter sind Cousins

Die israelische Armee legte in der Nacht zum Mittwoch einen Blockadering um das Dorf Jata im südlichen Westjordanland. Die beiden Attentäter stammen nach Polizeiangaben aus dem Ort und sind Cousins. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte nach dem Anschlag entschlossene Schritte gegen Terroristen an. Er wollte bei einer Dringlichkeitssitzung mit seinem Sicherheitskabinett über das weitere Vorgehen beraten.

Die Attentäter hatten nach Polizeiangaben am Abend im Sarona-Park im Zentrum der Küstenmetropole das Feuer eröffnet und wahllos auf Passanten geschossen. Das ehemalige deutsche Templerdorf liegt direkt gegenüber von Israels Militärhauptquartier und Verteidigungsministerium. Es ist ein beliebtes Ausgehziel, das auch von vielen Touristen besucht wird.

Augenzeugen: Die Terroristen waren elegant gekleidet

Augenzeugen berichteten, die Attentäter seien elegant gekleidet gewesen, hätten weiße Hemden und schwarze Hosen getragen. „Wir saßen in einem Straßencafé, wir feierten mit unserem Kind Geburtstag“, erzählte Meital Sassi dem israelischen Fernsehen. „Ein Attentäter fing plötzlich neben uns an zu schießen. Wir rannten wie die Verrückten weg, er war erst hinter uns, dann bog er in eine Nebenstraße.“ Der Mann habe im Laufen immer weiter auf Menschen geschossen.

Ein Polizeisprecher teilte anschließend mit, beide Attentäter seien gefasst. Einer von ihnen sei verletzt und werde im Krankenhaus behandelt. Zu Jahresbeginn waren bei einem ähnlichen Anschlag in Tel Aviv drei Menschen getötet worden.

Bürgermeister mahnt zur Ruhe

Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai rief die Einwohner der Küstenmetropole nach dem Anschlag zur Ruhe auf. „Morgen geht hier das Leben wie immer weiter“, sagte er bei einem Besuch im Ichilov-Krankenhaus, das ganz in der Nähe des Anschlagsorts liegt. „Tel Aviv ist und bleibt das Symbol des normalen Lebens.“

Bei einer Welle palästinensischer Anschläge sind seit Oktober 32 Israelis getötet worden. Mehr als 200 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten davon bei den von ihnen verübten Anschlägen. Als Auslöser der Gewalt galt ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem. Zuletzt hatte es allerdings weniger Anschläge gegeben. Als mögliche Motivation für den neuen Anschlag in Tel Aviv wurde der Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan genannt.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas hat weitere Anschläge während des Ramadan angekündigt. Einer der zentralen Führer der Terrororganisation hat den tödlichen Anschlag der Palästinenser gelobt. „Ruhm und Glückwünsche den Einwohnern Hebrons“, schrieb Ismail Hanija bei Twitter. Nach dem Satz fügte er ein Siegeszeichen ein. (dpa)