Terrorattentat

Vier Tote bei erneutem Autobombenanschlag in der Türkei

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Der türkische Premier Binali Yildirim (m.) nahm am Mittwoch an der Beerdigung eines der am Dienstag getöteten Polizisten teil. Gleichzeitig kam es in der Osttürkei erneut zu einem Anschlag.

Der türkische Premier Binali Yildirim (m.) nahm am Mittwoch an der Beerdigung eines der am Dienstag getöteten Polizisten teil. Gleichzeitig kam es in der Osttürkei erneut zu einem Anschlag.

Foto: Cem Turkel / dpa

In der Türkei hat es erneut einen Anschlag mit Toten gegeben. Eine Zeitung gab Deutschland die Schuld an der Explosion am Dienstag.

Istanbul.  Einen Tag nach dem Anschlag in Istanbul mit elf Toten sind bei einer Autobombenexplosion in der Südosttürkei am Mittwoch mindestens vier Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden. Bei den Toten handele es sich um zwei Polizistinnen und zwei Zivilisten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Verletzt worden seien vor allem Kinder. Ziel des Anschlags war das Polizei-Hauptquartier in der Stadt Midyat. Anadolu machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Anschlag verantwortlich.

Fernsehbilder aus Midyat zeigen, dass die Wucht der Detonation die Fassade eines fünfstöckigen Gebäudes zerstörte. Anadolu meldete, auch andere Gebäude in der Umgebung seien beschädigt worden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur DHA berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, vermutlich habe ein Selbstmordattentäter den zur Bombe umgebauten Wagen gesteuert. Zu dem Anschlag bekannte sich bisher niemand.

Türkei macht PKK für beide Anschläge verantwortlich

Bereits am Mittwoch war in Istanbul ein Autobombenanschlag auf einen Bus mit Polizisten verübt worden. Dabei wurden sechs Polizisten und fünf Zivilisten getötet, 36 Menschen wurden verletzt. Auch zu diesem Anschlag gibt es kein Bekennerschreiben. Binnen weniger Stunden wurden mehrere Verdächtige festgenommen. Von der Regierung wird die PKK und ihre Splittergruppe TAK für den Anschlag verantwortlich gemacht. Die PKK hatte mehrfach Anschläge auf Polizeieinrichtungen verübt. „Alle Angaben und Hinweise bezüglich des gestrigen Anschlags deuten auf die separatistische Terrororganisation hin“, sagte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin.

In Nusaybin, rund 40 Kilometer südlich von Midyat, hat die Armee vor wenigen Tagen eine groß angelegte Operation gegen die PKK für beendet erklärt. Nach Angaben der Streitkräfte wurden dabei seit Mitte März fast 500 PKK-Kämpfer getötet. Auch zahlreiche Angehörige der Sicherheitskräfte kamen ums Leben. Unabhängige Zahlen zu den bei Kämpfen zwischen den türkischen Sicherheitskräften und der PKK getöteten Menschen gibt es nicht.

Deutschland trage Schuld an Anschlag in Istanbul

Die regierungsnahe Zeitung „Günes“ machte Deutschland für den Anschlag in Istanbul verantwortlich. „Deutsches Werk“, lautet die Schlagzeile auf der Titelseite. Die Zeitung schrieb, Deutschland habe die Reaktion der Türkei auf die „beschämende“ Völkermordresolution des Bundestages nicht ertragen. „In Panik geratend, ist es in alte Gewohnheiten zurückgefallen. Es hat die Terrororganisationen, die es als Marionette benutzt, einen blutigen Anschlag in Istanbul verüben lassen.“ (aba/dpa)

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